LesfmgS Briefe, 1772.
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gesagt habe,,/ wie sehr ich Sie liebe! — Soll ich Ihnen noch zumneuen Jahr wünschen, oder vielmehr mir selbst wünschen, wovon Siewissen, daß ich nicht aufhöre, es zu wünschen? Leben Sie recht wohU
Dero
ergebensterL.
An Madame König.
Braunschwcig, den 9. Jan. 1772.
Meine Liebe!
Ich bin, seit meinem Letzten, leider! noch in Braunschweig , woich so lange auf Briefe aus Berlin gewartet, die ich nun eben ersterhalten, die mich aber demohngcachtct nöthigen, noch einige Tagehier zu verweilen. Ich kann gar nicht sagen, daß mir dieser Aufent-halt angenehm sey, und ich wollte zehnmal lieber ganz einsam inmeinem Wolfenbüttcl sitzen, als alle die hiesigen Lustbarkeiten mitneh-men, die ohnedem schon so herzlich schaal sind.
Ihr letzter Brief hat mir abermals keine geringe Freude gemacht,da ich sehe, daß unter dem Rathe und Beystand des Herrn SchubachSIhre Sachen so einen guten Gang zu nehmen fortfahren. Was miraber am angenehmsten zu vernehmen gewesen, können Sie leicht selbstermessen: die Hoffnung, Sie bald zu sehen! Wenn ich nicht noch umIhre Gesundheit besorgt wäre, so würde ich dieses Vergnügen mitder äußersten Ungeduld erwarten. Aber so mäßiget jene Besorgnißmeine Ungeduld um ein Großes: und ich wünsche recht sehr, daß Siesich wohl vorher prüfen mögen, ob Sie die Ungemächlichkeitcn einessolchen WegcS auszuhalten im Stande sind. —
Dieses macht mich an Ihren Doktor gedenken. Allerdings habeich geglaubt, daß Sie dem grundgelehrten Mann, wie ihn K- nennt,seinen Abschied gegeben, und dafür Mumscn angenommen. Ich wollteauch wohl wetten, daß dieser Name in einem von Ihren Briefen vor-käme, die ich aber nicht bey mir habe, um jetzt nachzusehen. Dochkann es auch wohl seyn, daß ich für Matscn Mumscn gelesen. ESwäre ganz natürlich, daß ich bey Ihren damaligen Umständen eben sogeschwind an einen Doktor der Arzney, als an eine» Doktor der Rechtegedacht hätte.
— Indeß ist es mir für Schubach selbst lieb, wenn Sie sich beyseinem Rathe noch immer so befinden, daß Sie nicht nöthig gehabt,