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Lessings Briefe. 1772.
jetzt nicht geschrieben hätte. Ich erinnere mich nehmlich, daß vorigeMichaelismesse meine Pränumeration ans die griechischen Redner nichtberichtiget worden/ und es wäre unverantwortlich, wenn ich auch dieseMesse so wollte hingehen lassen. Es erfolgen also anbey ?3 rthlr. inGold, womit ich Euer Wohlgcbohrnen ersuche, alles was ich Ihnenin diesem Artikel schuldig bin, zu berichtigen: nehmlich die Pränume-ration auf zwey Exemplare, so weit ich solche schon längst hätte be-richtigen sollen, oder eben jetzt berichtigen müßte. Ich bitte aber dabevum eine Quittung für das eine Exemplar, welches für die Bibliothekist: und zwar um eine Quittung auf alle 5 Theile, weil ich sie inmeiner nächst abzulegenden Rechnung mit beyfügen muß.
Ein anderer Punkt, der nicht weniger nothwendig ist, bctrift dentünlalogiim ÜI.inus<!i'is»lorum Lililiolllecae I.auieul. So sehr ichmich freute, ihn zu erhalten, so groß war mein Verdruß, als ich fand,daß er zugleich defect und übercomplct sey. Es fehlt nehmlich derganze erste Theil, und anstatt dessen ist der dritte Theil doppelt. Ichhabe also das Ganze, so wie ich es erhalten, mit Gelegenheit, durchHerrn Gäbler, wieder zurückgesandt, von welchem es Euer Wohlgc-bohrnen erhalten werden, um sich mit eignen Augen von dem dabeyvorgefallenen Irrthume zu überzeugen. Wenn solcher wieder gut ge-macht werden kann, so erwarte ich durch Herr Gäblern das Werkwieder zurück, und die Zahlung dafür soll sogleich erfolgen. Auch denPreis für Marklands StatiuS müßten mir Euer Wohlgcbohrnen schlech-terdings melden; weil ich ihn der Bibliothek bestimmt habe. Ich müßteeS für bloßen Stolz aufnehmen, wenn Sie die armseligen Hdflichkci'ten, die ich Ihnen hier zu erweisen im Stande gewesen, auf dieseWeise mir mehr als bezahlen wollten. Wie sehr wünschte ich, daßich einen so angenehmen und lehrreiche» Resuch, als mir der Ihrigegewesen, auch diesen Sommer zu erwarten hatte!
WaS Sie mir von Ihren eignen Manuskripte» zu übersenden dieGütigkeit gehabt, verwahre ich wie meine Augen. Von einem Theilehabe ich den Gebrauch zu meiner Belehrung gemacht, den Sie mirdavon zu machen erlaubt haben. Von dem klebrige» sollen Sie, dergleichfalls ertheilte» Erlaubniß gemäß, nächstens etwas gedruckt se-he». — Aber dürfte ich wohl von dem arabischen Dichter einen Aus-zug nach meinem eignen Gutdünken machen? Ich meyne nicht vonder Vorrede, sondern von dem Dichter selbst, bey dem einige Stückeund Stellen einander allzuähnlich sehen. Meine Beyträge zur Geschichteund Literatur aus den Schätzen der hiesigen Bibliothek, werden Sievielleicht in dem Meßcatalogo angekündigt gefunden habe». Ich rechne