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suchen. Auf die rechtschaffenste Art; das versteht sich: aber nicht aufdie scrupiilöseste. Freylich wäre es am besten, wenn Sie das Werkzu erhalten suchten, ES wäre in einigen Iahren doch immer eineArt von Etablissement für Ihren ältesten Sohn, der es vollends schonaufs Reine bringen konnte, wenn er arbeitsam seyn wollte. Und ichsehe nicht, warum es Ihnen Ihre (!reditorcs sauer machen sollten, esbehalten z» können, wenn es gegenwärtig doch nicht ohne den äußer-sten Verlust aufgegeben, oder verkauft werden könnte. Legten sie esaber durch ihre Strenge darauf an, so wäre es auch nicht mehr,wie billig, als daß sie den Verlust mit Ihnen theilten, Es gescheheindeß das eine, oder das andere: so hoffe ich, Sie doch noch gewißin Wien zn sehen. Sie fragen mich, ob mein Plan auch iu einerrecht ruhigen Stunde gemacht sey? Ruhig oder nicht ruhig; genug,er ist gemacht, und ich bin »och in meinem Leben von keinem Planeabgegangen. Freylich werden sich noch Schwierigkeiten dabey äußern;aber diese Schwierigkeiten selbst werden mich desto hartnäckiger machen,ihn durchzusetzen. Wenn sie nur erst schon vorbey wären, diese sechsMonate! Zwar die Zeit wird geschwind genug vergehen. Ich meyne,wenn mir schon auch alles das gemacht und geschehen wäre, was inder Zeit geschehen muß. Genug, daß ich eS an meinem Fleiße nichtwill ermangeln lassen. Tie beständige Erinnerung der Absicht, dieich dabey habe, wird mich und kann mich allein gesund und muntererhallen — lind nun von etwas andern. — Sie kommen doch nochvon Zeit zu Zeit zu dem Hrn. von Sonnenfels? Sagen Sie ihmdoch, daß seine Lorrcsvondcnz mit Klotzen gedruckt worden; und daßich eS ihm melden ließe, wenn er es nicht etwa bereits wußte. Viel-leicht versieht er, was ich damit sagen will. Sie können noch hinzu-fügen, wenn Sie wollen; daß ich wir über eine gewisse Stelle eineöffentliche Erläuterung mit nächsten von ihm ausbitten würde. —Doch warum will ich Ihnen diesen Austrag machen? Der falsche undniederträchtige Mann könnte leicht Ihnen selbst darüber fcind werden.Besser, daß ich mit nächsten selbst an ihn schreibe. Auch ist eineStelle in seinen Briefen, wo er sehr uichlSwürdig von G. spricht,vs soll mich wundern, was unter den beyden saubern Herren darausentstehe» wird. —
Ricdcl kömmt noch lange gut weg. Wenn er die tausend Du-catcn nicht schon voraus verzehrt hat, so kann er sich an einem an-dern Orte ein besser Schicksal damit machen, als wahrscheinlicherWeise in Wien auf ihn gewartet hätte. — Aber nun etwas rechtReneS. Zwey von unsern Bekannten hcyralhcn. Rathen Sie, wer?