Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
Seite
391
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Messings Briefe. 1773.

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die nur jetzt erst gehoben sind. Ich erbitte mir des nächsten einenSchein darüber, den Sie nach Ihrer Bc.incmlichkeit, auf einen selbstgefälligen Termin stellen können.

In dem übersandten k'akilogo sticht mir manches in die Augen,das ich gar zu gerne für mich oder für die Bibliothek haben möchte,wenn mir nicht auf alle Weise die Hände gebunden wären. Wenndie Auclion weuigstens doch nur erst gegen künftige Iohannis gehal'ten würde! Weil kein Titel dabey gelegen, habe ich nicht sehen kön-nen, wenn sie angesetzt ist. Und vielleicht ist sie schon längst vorbey.Wie gesagt, wenn sie aber doch noch bis zu besagtem Termin, anwelchem ich sodann die diesjährigen Bibliothckgeldcr zu beben hätte,ausgesetzt wäre: so würde ich aus verschiedenes Anspruch machen, undmir dabey Dero gütige Besorgung erbitten. Für das verflossene Zahrhabe ich ohnedem schon über die Schnur gehauen, und mehr gekauft,als ich sollte. Einen ausserortcnllichcn Beytrag aber von dem Herzogzn erbitten, darzu sind leider die Zeiten nicht.

? Herr d'äblcr die letzte Messe nicht in Leipzig gewesen, hatgemacht, daß ich mich auch noch in Euer Wohlgcbohrnen Ecldschnldbcsinde. Und zwar bin ich nicht allein für die Prännmcration aufden neuen Theil der griechischen Redner noch in Rest, sondern auchnoch für die ^»imitilvcilit,»«!,, und die übrigen Stücken Ihres eignenVerlages. Nicht zu gedenke», daß durch das Ictztgcsandtc Geld un-möglich schon auch der Bandiui bezahlt seyn kann. Wenn ich künftigeOstern alles dieses zusammen richtig mache, so verspreche ich es zugleichso einzurichten, daß ich auf das Weitere eher in Vorschuß als inSchuld bey Euer Wohlgcbohrnen stehe. Indessen hoffe ich auch dieserNachlässigkeit wegen Vcrzcihnng, und empfehle mich Tcro fernernFreundschaft, der ich mit der vollkommensten Hochachtung verharre :c.

Lessing .

An Madamc König.

Braunschwcig, den 15. Febr. 1773.

Meine Liebe!

Ich bin seit vierzehn Tagen in Brannschiveig, auf ausdrücklichesVerlange» des Erbprinzen, und habe Ihnen von einem Tage zum an-der» von einer Sache Nachricht geben wollen, die für mich, undalso auch für Sie, wie ich mir schmeichle, sehr interessant ist. Nur,weil ich Ihnen die volle Gewißheit gern sogleich davon melden wollte,habe ich noch immer müssen anstehe» lasse». Ta aber vor einige»