Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
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LcssingS Briefe. 1773.

chen wollen/) ist nicht weit her. Doch will ich Ihnen darin nichthinderlich seyn; und Sie sollen das verlangte Maaß mit der nächstenfahrenden Post haben. Ich will es um das wickeln, was ich Ih-nen schon so lange zu schicken versprochen, und nun ganz unfehlbarschicken will.

Mit dem Theile von Ihnen, mit dem sie noch in Hamburg sind,hoffe ich, steht alles gut. Nächstens denke ich mehr davon zu hören.Denn K . . . welcher seinen Karl nach Eellcrfcld auf die Schule brin-gen will, wird hier durch kommen. Vielleicht läßt er ihn auch hierin Wolfcnbllttel auf der Schule. Es kommt mir vor, als ob er dochnicht Lust hätte, sich seine Söhne viel kosten zu lassen. Genug ersammelt ja für sie.

Lassen Sie sich das Format und die Füge dieses Briefes nichtbefremden. Er ist bey Lichte geschrieben, wo ich ganz weilläuftigschreiben muß, um noch schreiben zu können; und in so schmahlenFeilen, als nur lhunlich, um grade schreiben zn können. Denn meineAugen! meine Augen! lind mm lebe» Sie wohl, meine Liebe. Mel-den Sie mir ja bald, daß Sie gesund sind. Ich umarme Sie tausendmal, und bin Zeitlebens

Mein lieber Eben!

Hier ist der zweyte Karrn voll MooS und Schwämme. NehmenSie so vorlieb.

Das Exemplar, welches ich durch Sie übergeben lassen wollte,habe ich geraden Weges mit einer gleichgültigen Zeile abgeschickt. Ichweiß, daß er nicht an mich erinnert seyn will, und das war die besteWeise, es am wenigsten zu thun. Sie hätten es doch nicht stillschwei-gend auf den Tisch legen können, und ich mußte fürchten, i>e Ilutliouostri peeces, or>ora veliemonti miiiistvi-, oder wie die Worte lauten.

ganz der IhrigeL.

Ihr

Wolfenbüttcl,den Z. Octbr. 1773.

ergebenster FreundLessing .

') Ihm eine Weste zu sticke».