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12 (1840)
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Lessings Briefe, 1776.

.'» klorisiourAlousieul' I!o6«klailic: iin^rimoui' ote.li'iüncci uAuf dem Holzdamm. Ilaailioui g. °)

Berlin d. 9 März. 76.

Mein lieber Bode,

Ich kann Ihnen auf Ihren leytern Antrag itzt nur kaum miteinem Worte antworten. Denn ich bin, wo Sie mich freylich nicktsuchen werden/ und stehe auf dem Sprunge, auch von hier weiter zugehen; so daß ich schwerlich unter zwev Monaten wieder in Wolfcn-büttel seyn dürfte. DaS Eine Wort ist also: Daß ich fest entschlos-sen bin, auf keine Weise etwas weiter für das Theater zu arbeiten.Wenn ich zwar dieses und jenes schon so völlig fertig hätte, wie ich eSzu produciren wünschte: so würden freylich 400 Rthlr. schon mitzu-nehmen seyn. Allein das ist nicht: und solcher Gestalt verlohnen sichloo Rthlr. nicht der Mühe, Dinge wieder hervorzusuchen, die ich bey-nahe schon vergessen habe.

Tausend Dank für Ihren Tristram! Alles was ich darinn anmer-ken konnte, wird Ihnen die geringste eigne Aufmerksamkeit entdecken.Genug, daß ich sehr unbillig seyn würde, wenn ich Ihnen nicht sagte,daß ich im Ganzen so sehr damit zufrieden bin, als ich mit einemdeutschen Tristram nimmermehr zu seyn hoffen durfte.

Und nun leben Sie recht wohl, mein lieber Bode, und behaltenmich lieb.

Dero

ganz ergebensterLessing.

Einschluß an unsern Claudius haben Sie doch die Güte sofortbestellen zu lassen.

An Madanic König.

Dresden , d. 24. Mckrz, 1775.

Meine Liebe!

Ich danke Ihnen, daß Sie mich also noch in Wien erwarten wol-len. Und wenn ich doch nun fliegen könnte! Aber so kann ich auf

') Diese» Brief besitzt Herr Hofralh vr. Falkcnstcin in Dresden , derfür gegenwärtige Ausgabe eine Abschrift zuvorkommend mitgclhcill hat.