Lesfings Briefe. 1776.
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ich nicht gern, meine Liebe, mit so Etwas beschweren. Gleichwohlsind mir die Schwarten etwas werth, und ich würde sie ungern ver-lieren. Aber entschuldigen Sie mich bey M. Sch., daß ich ihr heutenicht antworte, es soll das nächstemal gewiß geschehn.
Jetzt sehe ich erst, daß ich Ihnen in Wien doch Eine Konimissionausgerichtet habe. Die nehmlich, mit den Handschuhen. Ich gebesie unter Ihrer Addresse heute zugleich mit auf die Post. Wenn sieallzutrocken geworden seyn sollten, so hat man mir schon in Wien gesagt, daß Sie dieselben nur mit Mandelöl wieder einschmierenlassen dürsten.
Leben Sie wohl, meine Liebe. Ich umarme Sie tausendmal.Küssen Sie statt meiner, meinen Pathcn.
Der IhrigeL-
An Eschcnburg.
DenMärz 177«.
Weil ich wohl schwerlich vor Ihrer Abreise nach Hamburg nochdas Vergnügen habe» dürfte, Sie zu sprechen, so übersende ich Ihnenhiermit das eine von den alten deutschen Gedichten, von welchen ichglaube, daß eine nähere Bekanntmachung angenehm und nützlich seyndürfte. ES ist der Ritter Wigamur, dessen Alter Sie aber ja nichta»S dem Alter der Handschrift beurtheilen dürfen. Er ist sicher weitälter, als diese, weil der T>.,chuser seiner schon gedenkt. Ich willIhnen die Stelle in der Sammlung der Minnesinger ein ander-mal nachweisen.
Jetzt bitte ich Sie mir noch, mir von den rückständigen Büchernaus der Bibliothek die neue Ausgabe der Dramaturgie des Allaccizu übersenden, oder bei Zachariä zurück zu lassen; auch ihr allenfallsnoch ein Paar Theile von Johnsons Shakspeare bcvzufügen.
Empfehlen Sie mich allen in Hamburg , die sich meiner freund-schaftlich erinnern. Vergnügen Sie sich recht wohl, und kommen Siegesund wieder.
An Madamc König.
Wolfcnbüttcl, d. 11. April 1770.
Meine Liebe!
Würde ich Ihnen wohl so lange nicht geschrieben haben, wennich Ihnen was Gewisses zu schreiben gewußt hätte? Ich hofte von