Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
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Messings Briefe. 1776.

>>vi I i, Ven. 15K8. Wenn sich diese bcvdcn Bücher in Ihrer Biblio-thek befinden: dürste ich mir sie wohl auf kurze Zeit auöbittcn?Ich bin mit der vollkommensten Hochachtung :c.

_ Lessing.

An Madamc König.

Wolfcnbüttel, d. 16. Mai. 1770.

Meine Liebe!

Ich bin Ihres Befindens wegen äußerst besorgt. Gott gebe, daßSie völlig wieder hergestellt seyn mögen. Nehmen Sie aber doch ja»«s^fs-Viel mehr den Antrag dcS Herren Schubaks an/ Ihren Brun-nen in aller Ruhe und Gemächlichkeit zu trinken. Ich kann es nochnicht sagen / wenn ich eigentlich nach Hamburg kommen kann. Lieberkomme ich sodann einige Wochen später. Wer weiß wie lange es sichohnedem verziehen wird. Denn wenn der Pr. nicht bald wieder kömmt,und mich nicht bald aus meinen hiesigen Verlegenheiten reißt, so halteich cS nicht länger aus.

Ich gehe heute nach Braunschwcig, wo ich Ihr Geschäfte mit derJüdinn nicht vergessen werde. Ich schreibe Ihnen von da aus, wennmich alle die Verdrießlichkeiten, die mich erwarten, nicht verhindern.

Der Ihrige auf immerLessing.

An Madamc König.

Braunschwcig, d. S. Jun. 177L.

Meine Liebe!

Ihr letztes, das sich mit so guter Gesundheit anfängt, und mitso schlechter sich endet, verursacht mir nicht wenig Kummer. Gott gebe, daß die Besserung angehalten, und Sie sich jetzt wieder völlighergestellt befinden mögen. Sie sind so besorgt um mich, daß ich cSfür Sie, schon aus bloßer Dankbarkeit, nicht genug sein kann. Aberberuhigen Sie sich nur meinetwegen. Mein Verdruß befällt mich im-mer am lebhaftesten, wenn ich an Sie schreibe; und da entfahren mirdenn manchmal Ausdrücke, die die Sache ärger zu machen scheinen,als sie ist. Für Ihre Bedenklichkeitcn, mir das Geld zu übcrma-chen, bin ich Ihnen mehr verbunden, als ich Ihnen für das Geldselbst seyn würde. Ich glaube auch in der That, cS nun nicht nöthigzu haben. Denn endlich habe ich den E, Pr. nun gesprochen, und