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12 (1840)
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469
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Lcssings Briefe. I77«;.

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denke ich/ sind meine Aussichten so, daß ich ruhig seyn kann, wennich noch ein paar Jahre lebe. Ohne das würde ich Sie, meine Liebe,jetzt freylich in Unruhe und Kosten setzen, die Sie einmal bereuen> müßten. Dicscrwcgen bin ich auch wahrlich jetzt um ein bischen län-geres Leben so bekümmert, als ich cS noch nie gewesen. Doch etwasmuß man bey allen Unternehmungen in der Welt wagen.

WaS ich von Theodoren aus Ihrem und seinem Briefe ersehe, istmir herzlich lieb, und darin bin ich auch völlig Ihrer Meinung, daßes sehr nöthig ist, ihn unter der Aufsicht des Wundarztes noch einigeMonate zu lassen, um gewiß zu sevn, daß seine Heilung von Dauerist. Unsere Reise nach Manheim , von der ich Ihnen in meinem Vor-letzten geschrieben, würde sich sodann auch hierein gut passen. Aberwomit beschäftiget er sich indeß? Und womit hat er sich bisher be-schäftiget? Wenn er noch gesonnen ist, das Militaire zu ergreifen, sorathen Sie ihm doch, Mathematik und Zeichnung zu studieren, wozuer in Landau vielleicht Gelegenheit haben dürfte. In Wolfcnbüttelsoll es ihm sodann an Gelegenheit nicht fehlen, sich noch fester darin-nen zu setzen, und ein Bürgerlicher kann mit solchen Kenntnissen imKricgSstande noch immer am sichersten sein Glück machen.

Auch ist Ihr Einfall, meine Liebe, mit dem Wiener-Wagen rechtgut. Nur die Reise anhcro könnten Sie darin doch nicht thun? Wennich indeß ohne eigenen Wagen bis auf den Zvllcnspiekcr käme, so könn-ten wir zwev in dem Wiener-Wagen zurück reisen, und Ihre Kindermit dem Mädchen müßten in einem andern folgen, welchen andernich Ihnen auch nur bis Zelle zu verdingen rathen wollte, weil ich cSso einrichten könnte, daß man uns grade von Zelle eruS nach Wolfcn-büttel abholte, um Braunschweig auf dieser Tour zu vermeiden. Dochhierüber wissen Sie vielleicht bessere Einrichtungen, die Sie mir nuraber bald melden müssen.

Nächstens mehr! Ich umarme Sie tausendmal und bin

auf immer der Ihrige

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An Madame Konig.

Wolfenbüttel , d. W. Sept. 1770,

Meine Liebe!

Hier kommen endlich zwev von den versprochenen Briefen. Daßsie nicht alle viere kommen, ist die Ursache, daß ich leider den Zettelverworfen habe, worauf ihre Addrcsse sieht. Wenn ich ihn nicht wie-

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