Wolfenbüttel , den 23. April 1777.
Mein lieber Bruder,
Ucberreicher dieses ist Herr Mag. Spiltlcr, welcher sich einigeWochen in Wolfenbüttel aufgehalten, um die Bibliothek zu nutzen.Da ich ihn nun als einen eben so gelehrten als bescheidenen Mannhabe kennen lernen, so trage ich kein Bedenken, ihn, da er nach Ber-lin reisen will, wo er ganz und gar keine Bekanntschaft hat, Dir aufdas Beste zu empfehlen. Er wird Deine Güte nicht mißbrauchen;und wenn Du ihn nur zu einigen unserer Freunde führst, und ihmsonst die nöthige Anweisung giebst, sich den dortigen Aufenthalt zuNutze zu machen: so hast Du alles gethan, was er von Dir erwartet.Thue das also immer, auch meinetwegen — und nächstens ein Mehreres.
Eotthold.
Wolfenbüttel , d. 17. May 1777.
Mein lieber Schmid!
Ich habe Ihnen schon längst melden wollen, daß die I^Mola?ac!8 II. äe Ilaslis gar ein rechter Fund ist. Sie ist »och nicht ge-druckt, und Hardt hat ste in seinem Loncilio <üoriltimr. wollen»rucken lassen. Daß es nicht geschehen, haben Fabricius und anderesehr belauert. Ich schreibe sie also über Hals über Kopf ab, um siein meinem nächsten Beytrage zu brauchen. Weil die Sache Eile hat,wollte ich Sie nicht damit quälen. Dazu habe ich auch noch eineandere Arbeit für Sie. Denn nun habe ich auch das Volumenmajus aufgefunden, welches einem andern Mannscripte beygebundenwar, mit dem cS gar nichts zu schaffen hat. In diesem ist etwas,welches ich auch gern bald abgeschrieben haben mochte. Denken Sie,daß das Sommcrarbcit ist, so schreiben Sie mir, oder besuchen michdiese Feycrtage mit Herrn Eschenburg.
An Nicolai.
Wolfenbüttel , d. 25. May 1777.
Liebster Freund,
Eine Dame aus Wolfenbüttel , die Frau von Döriug, möchte gernden berühmten Verfasser des Nothanker von Antlitz zu Antlitz kcn