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«essings Briefe, 1777.
„Ich wollt' gern singen und weiß nicht wie,„Bon meinem Buhle», der ist nicht hie, :c.
Oder:
„Ich hab' mein Tag nicht gut gethan,„Habs auch noch nicht im Sinn:„Und wo ich einmal gewesen bin,„Da darf ich nimmer hin, nimmer hin.
Oder:
„Unser Knecht und unsre Magd„Haben einander genommen.„Hinterm Ofen auf der Bank„Sind sie zusammen gekommen. —
Oder:
„Ein Brantlcin wollt' nit gehn zu Bett,„Nit weiß, ob sie es hätt' vcrredt, :c.Das Schlimmste war nur bey den Liedern von dieser Art, daßich die wenigsten ganz zusammen finden konnte. Außer das letzte;von welchem ich aber glaube, daß es «Lschenburg schon in demMuseo hat drucken lassen. Und hierbey muß ich Ihnen dazu sagen,daß ich schon vor vielen Jahren Hrn. Eschenburg das Anziehendestegegeben habe, was ich von diesem Schrot und Korn in der Biblio-thek gefunden.
Also, mein lieber Nicolai, haben Sie mich mit Ihrem Verlangenum manche schöne Stunde gebracht, ohne daß sie Ihnen zu Nutzegekommen. Ich würde Ihnen diesen Feitvcrlnst auch wahrlich sehrhoch anrechnen, wenn ich nicht dabey eine andere gute Spur hätteverfolgen können, von der ich Ihnen wohl ein andermal schreibe. —
Jetzt muß ich nur Ihrer zweyten Anfrage noch gedenken. Obich meine antiquarischen Briefe noch fortsetzen will? — Allerdings. —Aber wenn? — Ja, das weiß Gott ! Diesen Winter kann ich schlech-terdings nicht. Denn diesen Winter habe ich noch voll auf an demfünften bis zwölften Stücke meiner Beyträge zu arbeiten, mit wel-chen ich dieses ganze Werk zu schließen gesonnen bin. Sie glaubennicht, was für eine ekle, undankbare und zcilversplitternde Arbeit ichmir damit auf den Hals geladen habe. An Ihrer neuen Ausgabeder Beschreibung von Berlin , mögen Sie so etwas ähnliches gehabthaben. — Das also muß rch nun je eher je lieber aus den Händenhaben, weil ich mir noch Kräfte zu bessern Dingen bewußt bin, zuwelchen ich allerdings verschiedene Anmerkungen rechne, die ich aufmeiner Reise in Italien gemacht zu haben glaube, und durch welche