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F. M. Bekenntniß zukommen zu lassen. Es ist schon einmal inHamburg gewesen; bey Herr Boden- aber — Und izt läuft es hier,durch die Hände der andern Obscrvanz. Es soll mich verlangen, obeS am Ende doch auch nur Einer verstehen wird.
Leben Sie recht wohl. Der Zufall, über welchen Sie mir IhrBeyleid bezeugt haben, liegt mir noch in den Gliedern. Bey Gott,lieber Claudius, Freund Hein fängt auch unter meinen Freunden an,die Oberstelle zu gewinnen.
Ich wollte Ihnen gerne ein Buch für ein Buch, etwa meineStreitschriften mit Goczen, schicken. Aber was machen Sie damit?Ich an Ihrer Stelle, würde sie gewiß nicht lesen; und unlesbareBücher haben, ist nur Last. Wenn ein electrischer Funke einmal wie-der darein schlägt, so werden Sie ihn doch schon, in der Kette, inder Sie einmal sind, mitzufühlen bekommen.
Am besten wärs, Sie besuchten mich diesen Sommer, aber nichtso wie vorigen. Ich laß eS ein Vorzug des lieben Gottes seyn, denWillen für die That anzunehmen: im Guten und im Bösen. Dennwenn er es in dem einen thut, so thut er eS auch in dem andern;und ich, weil ich eS in dem andern nicht thun mag, mag eS auch indem ersten nicht thun. Ich kann Sie izt sehr gemächlich beherbergen,und die Stubenthüren sollen Ihnen die Besucher auch nicht einlau-fen. Ich bin von der Welt so ziemlich seauestrirt, und befinde michdabey wenigstens nicht übler.
Nochmals leben Sie wohl; und grüßen Sie Ihre gute Frau undKinder, in welchen ich mir Sie so innig verwebt so gern denke.
Wolfenbültel den 19 April
1778. LG»g.
An Karl G. Lcssmg.
Wolfenbültel, den 23. Julius 1778.
Mein lieber Bruder,
Ich muß mich nur gleich hersetzen, Dir zu antworten. Allerdingsist es wahr, daß das hiesige Ministerium, auf Ansuchen des Consi-storii, das neue Fragment und zugleich meine Antigötzischen Schriftenverboten; auch mir zugleich untersagt hat, ferner etwas aus demMs. der Fragmente drucken zu lassen »c. Ich habe meiue Ursachen,warum ich die Confiscation des neuen Fragments recht gern geschehenlasse. Nur sollte man meine Schriften nicht zugleich mit confisciren;