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Lesstngs Briefe. 1779. 625
und verschiedenen Erläuterungen, auch einer Abhandlung über die dra-matische Jnterpunclion, entweder zu einem zweyten Theile, oder zueiner neuen vermehrten Auflage zurückzubehalten. — Nimm meine.Qualereycn nicht übel und lebe wohl!
Eotthold.
An Karl G. Lessiiig.
Wolfenbultel, den 19. März 1779.
Mein lieber Bruder,
Ich hatte wein Letztes eben auf die Post gegeben, als ich dasTeiiie erhielt, und nun hätte ich gern meins wieder gehabt.
Vor allen Gingen vielen Dank von meiner Tochter für die schö-neu Sachen! Doch daß Dn Dich nicht irrest: dieser Dank gehört mehrDeiner lieben Frau, als Dir! Denn von mir und Thcophilus hat siesichs uun einmal abstrahln, daß wir Brüder uns auf dergleichen Dingenicht verstehen. — Du wirst mir zu seiner Zeit schon melden, wasder allerliebste Plunder kostet.
Hierbei) kömmt das letztere Manuscript zurück, so wie es in dieBuchdruckerey kann gegeben werden. Unserm MoscS werde ich fürseinen gegebenen guten Wink°) mit nächster Po.st selbst danken. —Wenn ich das Ende des ManuscrivtS an Ramlern schicke, so kanneS nur gleich dort bleiben; wenn Du mir seine Anmerkungen nur mitder reitenden Post schickst, auf die ich mit der nehmlichen meine zumachenden Veränderungen einsenden will. Denn mit der fahrendenPost gehl es allzu langsam.
Der Aushängebogen gefällt mir überhaupt ganz wohl; hat aberdoch verschiedenes, was ich besser und anders wünschte. Ich bin da-her nicht übel geneigt, wenn wir fertig sind, das Quarlblatt S. 1.2. 15. und 1l>. umdruckcn zu lassen: Theils wegen der garstigen gc>brochcncn Feile auf der ersten Seite, Theils wegen ein Paar Unschick-lichkeiten auf der 16te», wo der Ansatz (bey Seite) ganz wegfallen,und der Zusatz (lächelnd) aus der ganz kleinen Schrift gesetzt werden
*) Es war in einer, ich weiß nicht mehr welcher, Scene eine Stelle,wo Saladin den Tempelherrn fragte, ob seine Mutter nicht ebcmals imMorgcnlandc gewesen scv, (vcrmnlhlich, weil er sich dadurch die Achnlichkcitdes Tempelherr» mit seinem Bruder erklären wolllc), und der letztere ant-wortete: meine Mutter nicht, wohl aber mein Valcr. Dieses wollte Moses weggestrichen wissen, weil es an ein bekanntes Gcschichtchen erinnere, und Les-sings nicht würdig sey. L. strich die Stelle auch wirklich weg. D. Friedländer.