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Lessings Briefe. 4779.
muß. Wenn die weitem Zusätze oder Nachrichten für die Schauspie-ler, welche in den folgenden Bogen häufiger kommen, eben so großgesetzt worden, so wird das einen schönen Uebelstand geben. Ich willhoffen, daß es nicht geschehen. Der Zusatz (bey Seite) muß darumwegbleiben, weil ich in der Folge durchaus, was bey Seite gesagtwerden muß, zum Unterschiede mit Haken bloß eingeschlossen habe.
Da ich übrigens nun sehe, daß das Stück zwischen 48 und 19Bogen wird, so bleibt es dabey, daß ich entweder gar keine, oderdoch nur eine ganz kurze Vorrede vorsetze, und daß ich alles llebrigeunter dem Titel: der Derwisch, ein Nachspiel zum Nathan, be-sonders drucken lasse, und zwar auf dem nehmliche» Wege derSubscnption, wenn ich anders sehe, daß es sich der Mühe damitverlohnt. Denn für nur ganz mittelmäßige Vortheile mache ich michnie wieder auf fünf Monathe zum Sklaven einer dramatischen Arbeit.So viel Zeit, leider! habe ich mir mit dieser verdorben, lind werweiß, wie sie noch aufgenommen wird!
Das neue Englische Buch von der Freymaurerey kenne ich nicht.Wenn es nicht etwas ganz Besonderes ist, so gieb Dich ja mit denPossen nicht ab! Meine Gedanken über den Ursprung des Ordenskann ich Dir nicht wohl mittheilen; denn sonst hätte ich sie in demvierten und fünften Gespräch bereits selbst bekannt gemacht, welchesich aus nöthigem Menagement für unsern Herzog Ferdinand lieberunterlassen wollen. Lesen sollst Du sie wohl, diese ungedrucktcn Ge-spräche, wenn Du Dein Wort hältst, und mich instehenden Sommerbesuchst; und ich denke, Du sollst viele von den t?rinnerungcn, dieDu in der Litteraturzeitung gegen die drey ersten gemacht, beant-wortet finden.
Und nun schreibe mir doch einmal, was Nicolai macht. Ichfürchte, ihr Beyden seyd eben keine Freunde mehr zusammen. Anmich schreibt er auch nicht mehr; welches er doch sonst zuweilen that.Meine theologischen Händel, denke ich, haben ein Loch in unser gutesVerständniß gemacht. Das sollte mir leid thun. — Hiermit lebe wohlmit Deiner guten Frau und Deinem Jungen. Was macht der?
Gotthold.
Wolfcnbiittel, den 30. März 1779.
Mein lieber Rawler,
Weder ich, noch Professor Sschenburg, der kürzlich in der poeti-schen Chrestomathie von Zachariä verschiednes aus der geharnischten