Lessmgs Briefe. 1779.
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steht sich, daß Sie kein Geld von ihnen nehmen. Was aber sonst da-für einkömmt, haben Sie die Güte an den Münz-Meister Knorrebezahlen zu lassen.
Wolfcnbüttcl, den 18ten Mai 1779.
Der Verfasser des Nathan möchte dem Verfasser des Woldemardie unterrichtende und gefühlvolle Stunde, die ihm dieser gemacht hat,gern vergelten. Aber durch Nathan? Wohl schwerlich. Nathan istein Sohn seines eintretenden Alters, den die Polemik entbinden helfen.
An Elisc Rcimarns.Meine liebe Freundin,
Sie müssen mir den Gefallen thun, und beyliegcnde zwcv Bogen,welche das Fragment vom Durchgange :c. enthalten, sobald es Ihnenmöglich ist mit dem Autograph» vergleichen, und mir alle Verschieden-heiten, Zusätze oder Verbesserungen, sorgfältig am Rande bemerken.Denn eine Zahl muß wohl in meinem Manuscriptc verschrieben gewe-sen scvn, und ich muß mich in meiner Antwort an Seniler auf eineoder die andere Weise darüber erklären. — Daß Ihnen und der Ge-meinde mein Nathan gefallen, freut mich sehr. Sobald ich mit Scm-lcrn fertig bin, und auch Lcssen geantwortet habe: arbeite ich meinenfrommen Samariter, ein Trauerspiel in 5 Aufzügen, nach derErfindung des Herrn Jesu Christi, aus. Der Levit und der Prie-ster werden eine gar brillante Rolle dacinn spielen.
Hr. Campe soll das Bewußte haben. Er muß sich aber 8 bis 14Tage noch gedulden. Ich habe cS ein wenig weit verliehen, will mircS aber unverzüglich wieder schicken lassen.
Ich bin eilig. Leben Sie recht wohl!den 25 Map 7». L.
An Eschcnburg.
Den 17. Juni 1779.
Ich danke Ihnen, mein lieber Eschcnburg, für Ihre gütige Be-sorgnis). Bcttlägrig und schlimm genug bin ich freilich einige Tage
°) F. H- Iacobis auserlesener Briefwechsel, Band l, S. 284. ZacobiSAntwort vom 20sie» A»g. 1779 daselbst S. 2L«i.
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