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12 (1840)
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Lessmgs Briefe, 178».

Warton glaubt-); sondern verkiliu« nlemaimie!«, daS ist, in solchenbarbarisch-lateinischen Verse», lM iu moiein moilos l'^lllm»-IUM Leinütiiieorum »mnsiollli l'uut. Aber so etwas sagt manauch dem Vatcr eines ncugcborncn Kindes! Leben Sie recht wohl.

An Karl G. Lcssmg.

Wolfenbüttel , den 25. Fcbr> 1730.

Mein lieber Bruder,

Dieser Winter ist sehr traurig für mich. Ich falle aus einer Un-päßlichkeit in die andere, deren keine zwar eigentlich tddtlich ist, diemich aber alle an dem Gebrauch meiner Seclenkräftc gleich sehr ver-hindern. Die letztere, der ich eben entgangen bin, war zwar nun auchgefährlich genug; denn cs war ein schlimmer Hals, der schon zur völ-ligen Bräune gediehen war; und man sagt, ich hätte von Glück zusagen, daß ich so davon gekommen. Nun >a; so sey es denn Glück,auch nur vegetiren zu können!

Du wirst eS indeß bey so bewandten Umständen nicht übel neh-men, wenn ich sogar darüber vergessen habe, Dir zur VermehrungDeiner Familie Glück zu wünschen. Wenn sie mit dem Wohlbefin-den der Mutter verbunden ist, so kann ich es gar wohl begreifen, wieviel Vergnügen sie gewähren, und wie noch ungleich mehr sie ver-sprechen muß. Gott gebe, daß Du cS bis auf den letzten TropfenauSschmecken mögest!

Endlich habe ich die Papiere zusammengesucht, die Dein Sub-scciptionSgcschäft betreffen. Unsertwegen hätten sie immer verloren seynkönnen^ aber da Du sie vielleicht noch zur Berechnung mit Andernbrauchst, so sende ick) sie Dir hierbey.

Vorgestern ward ich von Deinem guten Freunde dem Dr. FlieSauf eine angenehme Weise überrascht. Er reiset mit seinem Gefähr-ten, Herrn Steudel, nach Italien , will aber noch vorher in Göttin-gen ein Paar Monate zubringen. Der Mann hat mir gefallen; wärees auch nur wegen des Gebrauchs, den er von seine,» Vermögen macht.

*) In VvartSNS UMvr> ok Lnxlisu l'>i<->,^, Vul. Il, p. s«. sa»dich damals folgende Stelle von den Todlcntänzcn und de» bey diese» Genial,den befindlichen Versen:'klies,- verles, kounaeti «u » l»rt uk l>>iril»i>>

»!!lt>t»eri«lL, ÄiicienII^ «ulvIir.Uvu in cl>uicltt.ü, vvvrv urijzi»!>U^ vvrillLii Ii?

ono Hkttcaic?' i» v«ri»!Ul n>v»»-«." Hierüber befragte ich L, und habe i»der Folge weitere Auskunft darüber gefunden, zu deren Mittheilung aberhier der Ort nicht ist. !Lschcnburg.