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Sie wissen, daß dazumahl die englische Schaubühne aus ihrem Grabehervor stieg. Seil der Feit, bis Hieher, habe ich nicht genügsameNachrichten zu einer zusammen Hangenden Historie, sonderlich fehlt esmir an Nachrichten von den jetzt in England blühenden Schaubühnen.Wenn Sie nach England kommen, so werden Sie mich sehr verbin-den, wenn Sie mich mit Materialien zu einer Fortsetzung meiner Ge-schichte versehen wollen. Wenn Sie sonderlich ein Buch finden, wel-ches die Geschichte der Schaubühne nach Carl II. bis hiehcr beschreibt,so senden Sie cS mir; ich werde gern alle Kosten erstatten.
Zu der Correspondenz nach Frankreich habe ich mich endlich aufdas sehr hofliche Schreiben des Hrn. Gr. v. Brühl entschließen müs-sen. Doch verlange ich nichts dafür, und will mich auch zn nichtsgewissem cngagiren. Hr. Rabcner und Schlegel sollen, wie mirGellcrt schreibt, auch versprochen haben, zuweilen Nachrichten einzu-senden. Ich habe den Franzosen vor der Hand nichts geschickt, alseinen ^ataloguv i-iulonllä von den jetzt in Deutschland bekanntenJournalen :c.
ES ist nichts besonders Gutes neu herausgekommen; darüberkonnte ich mich trösten. Aber es ist viel Mittelmäßiges herausgekom-men, das man als etwas Besonderes anpreiset; und das ärgert mich.Naumaun ist nach Hamburg gereisel, aus Furcht (in Ernste) ange-worben zu werden!") Weil jetzt die Wissenschaften und seine Ver-dienste nicht belohnt werden, will er ein Kaufmann werden. Er hatHerrn MoseS gebeten, ihn das Buchhalten zn lehren; und weil diesernicht wollte, so will er es vermuthlich in Hamburg lernen.
Auf das erste Stück der Bibl. kommt das Bilduiß des Hrn. v.Kleist , mit dem Motto:
<^ui ierox Iiello, tarnen inter »rma
I^iliorum et klutas caoit. //o^ai.Ich werde Sie zu einem der folgenden Stücke gewiß stechen lasse»,und sollte cS auch zu Pferde °°) seyn. Was wollen Sie für einMotto haben?
sämmtlichen Schriften l^Bd IV, S. 308^ als ci» Aufsatz von Lcssing wiederabgedruckt worden ist. Nicolai.
') Man merke, daß dieser Schriftsteller nicht völlig fünf Fuß groß war.Siehe auch Moses Briefwechsel mit Lessing , Nr. 30. sBdXli,S.87.j Nicolai.
") Lessing pflegte, als er noch i» Berlin war, ans einem sehr kleinenPferde auszureitcn. Einst ritt er in rcgnigteni Wetter, in einem sehr wette»Mantel aus, der ihn und sein Pfcrdchen verhüllte. Auf der Rückkehr über-eilte ihn ei» Platzregen. Er wollte demselben entgehen, und warf im schnelle»