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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
Entstehung
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162
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1K2 Briefe a» Lesfing. l7L8.

keil- weit davon, ist gut für den Schuß. Er wird denn aber sichsehr wundern, wenn auch aus Italien noch seine Thorheiten gczüchti-get werden. Merken Sie wohl, daß es nöthig seyn wird, mir eineGelegenheit auszumachen, Ihnen kleine Pakete wohlfeil nach Italien zu bringen.

Daß ich mich mit Klotzen vereinige, dazu ist gar kein Anschein.Ich wüßte nicht worüber? Etwa daß seine Bücher in der allg. d. Bibl.nicht getadelt werden, wenn sie es verdienen? Das würde nicht un-terbliebe» seyn, als er »och Mitarbeiter an der Allgemeinen deutschenBibliothek war; geschweige jetzt, da ich alle Tage näher einsehe, wasfür ei» seichter Gelehrter und was für ein schlechter Mensch er ist. Inder Vorrede zu des Vlllle» Bandes 2tcm Stück habe ich ihn etwasabgefertigt, und Rayeberger soll auch kommen, sobald ich nur Feitgewinne.

Hr. Raspe in Casscl hat Rloyens Buch von geschnittenenSteinen auch i» einem Traktat von drey Bogen beurtheilt. Er halte,wie es scheint, damals Ihre antiquarischen Briefe noch nicht gese-hen, aber sich doch oft mit Ihnen rcncontrirt. Uebrigens ist er zu de-clamatorisch, und führt nicht Beyspiele genug an, woraus die LeserKlotzens Plagia nnd Fehler deutlich einsehen könnten.

Herr Eberhard hat allen guten Willen für Hrn. °°; nur mußman die Zeit abwarten, bis eine Vacanz da ist, eher ist doch nichtszu machen. Hr. ' ° scheint auch selbst zu verzweifeln, denn er istnoch nicht einmal bey Hrn. Eberhard gewesen. Ich habe ihm freylichdie Schwierigkeiten vorgestellt, damit er sich nicht eine trügliche Hoff-nung mache; aber er sollte doch nicht selbst so sehr unlhatig seyn.Herr Eberhard hat mit dem Secretär des Ministers gesprochen, undVersprechungen erhalten. Aber die Krisis, in der sich die Acciseeinrich-tungcn jetzt befinden, ist einem, der einen Posten bald sucht, nichtgünstig. Wenn es ans mich ankäme, wollte ich ihm herzlich gern hel-fen. Inzwischen habe ich ihm auf besonderes Bitten wieder 2 LouiS-d'or (in allem 4 LouiSd.) auf Ihre Rechnung gezahlt. Genehmi-gen Sie es?

Herr Muzell-Stosch °), dem ich Ihren Vorsatz nach Italien zu

*) Ein Sohn des durch seine Schulbücher bekannten Konrektors Fr. Mu-zcll i» Berlin , Er ging in französische Dienste als Osficier, verließ diesel-ben, und reiste nach Italien zu seinem Oheim, mütterlicher Seite, dem be-rühmten Hrn. v. Slosch in Florenz . Derselbe setzte ihn zum Erben »achseinem Tode ein; wcsbalb er seitdem dessen Namen zu dem sciniqcn setzte. Erberief Winkclman» »ach Florenz , um dc» Katalog des berühmte» KabinetS