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«ach Dresden ans Oberconsistorium geschickt, damit dem Nachdruckein Sachsen gesteuert werde.
Was Ihr Werk von den Almcnbildern betrifft, so würde ich,wenn eS Ihnen an einem Verleger fehlen könnte, sogleich den Verlagübernehmen, denn dies wäre die geringste Probe meiner Freundschaft.Da cS Ihnen aber vermuthlich an einem Verleger gar nicht fehlenkann, so wäre es mir lieber, wenn Sie cS einem andern gäben. Ichhabe seit einiger Zeit zu viel gedruckt, und die deutsche Bibl., in dieich mich zur Strafe für meine Jugendsünden bis über die Ohren habeverwickeln müssen, macht mir so viel Kosten, daß ich es für die höchsteZeit halte, meinen Fond einzuschränken, um mich aus der Weitläuf-igkeit und aus den Schulden zu ziehen, die mir nur unnöthige Sor-gen ohne wahren Vortheil machen. Mein Verlag ist zu groß in Ver-hältniß meines Debits; ich habe mehr als zu viel, um die nöthigenChangen zu machen, und wenn ich drucken will, nur in der Absichtauf den Messen zu verkaufen, so vermehre ich, so wie jetzt die Lage ist,nur schlimme Schulden, ohne das Geld einziehen zu können, und binin beständiger Verlegenheit, um meine Ausgaben zu bestreiken. Diesist die wahre Ursache, warum ich mich entschließen muß, so wenig wiemöglich neuen Verlag anzunehmen. Inzwischen versteht cS sich, daßdie Fortsetzung der antiquarischen Briefe ihren Weg geht, und daß,wofern Sie das Werk von den Ahnenbildcrn keinem andern Verlegergeben wollen, Sie auf allen Fall immer auf mich rechnen können.
Ich habe von Hrn. Voß Ihren Vorschlag nach Wolfcnbüttcl er-fahren, und versichre Sie, daß ich den herzlichsten Antheil daran nehme.Ich will wünschen, daß er bald völlig zu Stande komme. Ich freuemich sehr, daß Sie in Deutschland bleiben wollen. In Italien wür-den Sie lateinisch geschrieben haben, und für uns todt gewesen seyn.
„kaufen." Dies war mm eine Windbcutclcv und eine Lüge, beide gleich un-verschämt. Denn diese verkappten Leute hätten dies nicht ausführen können,es müßte den» gar kein Recht und keine Policcv gewesen seyn; und es konn-ten sich unmöglich Buchhändler dazu verbunden haben, da keiner nur einmalwußte, wer diese verkappten Buschklepper wären, oder wo man sie suchenmüßte. Lcssing ließ indessen das Blatt im letzten Stücke seiner Dramaturgieabdrucken, und begegnete den schlechten Kcrln wie ilmen gehörte. Ich sagtekurz darauf in der Mg. d. Bibl. xr Band, In einer Anzeige der Drama-turgie, meine Meinung über diese unvernünftige Drohung; den» weiter wares nichts. Kein vernünftiger Mensch konnte wohl in Ernst daran denken,ein solches Unternehmen auszuführen, am wenigste» rechtschaffene Buch-
l'ändler. Nicolai.
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