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bekommen können. Treten Sie aber nur in GotteS Namen Ihre Reisehicher an. Alle Vorbereitungen, die etwa noch in Ansehung Ihreskünftigen Amts nöthig seyn möchten, können Sie nur mir zuversicht-lich überlassen, Ihre Reise soll gewiß nicht fruchtlos seyn. Ich hoff-/den E- P. noch diesen Nachmittag oder Abend zu sehen; und ich binversichert, daß er mirs Dank wissen wird, daß ich Sie um die Beschleu-nigung Ihrer Reise gebeten habe. Der Herzog hat auch schon vor ei-niger Zeit über der Tafel gesagt, daß Sie nächstens herkommen wür-den. — Ihr Quartier ist auch schon bestellt. Sie sollen nicht in einemvon unsern ziemlich schlechten Wirthshäusern, sondern bey einem Bür-ger logiren. Der Kammerherr von Kuntsch, mein Freund, und Ihrvieljährigcc Verehrer, (eben der, welcher Sie, wenn Sie sich nocherinnern, nach der Komödie der Meyiero präsentirte) wohnt in ebendem Hause und hat Ihnen da eine bequeme Stube bereiten lassen.Der HauSwirth ist ein feiner und billiger Mann. Das HauS liegtauf dem sogenannten Damm, dicht beym Zuchthausc, nicht weit vomHofe. Der Wirth ist ein Goldschmidt. An Aufwartung soll cS Ihnenauch nicht fehlen. Treten Sie nur dort gleich ab, wenn Sie von derPost kommen, von welcher das HauS nicht gar weit entfernt ist. Hr> von K-läßt Sie auch durch mich versichern, daß Sie auch von ihm keineUngclegenheit zu besorgen haben sollen; Sie sollen keinen beschwerlichenBesuchen von ihm ausgesetzt seyn. Ich sage Ihnen dieses auf seinausdrückliches Verlangen; denn ich für mein Theil bin vielmehr ver-sichert, daß Sie seinen Umgang suchen werden, weil er der liebens-würdigste Kavalier unsers Hofes ist. — Wenn es möglich ist, so richtenSie sich so ein, daß Sie gleich ganz hier bleiben können. Ich wollteIhnen gern die Beschwerlichkeiten und Kosten einer neuen Reise er-sparen. Zu dieser bevorstehenden wünsche ich Ihnen das beste Wetter,daS jetzt möglich ist; doch hoffe ich Sie werden sich auch auf daS schlech-teste gefaßt machen, und sich mit einem guten Pelz versehen. — Fürdas übcrschickte angenehme Geschenk danke ich Ihnen von Herzen. Ichhabe es schon verschlungen, und werde noch lange davon wiederkäuen.Für mich wird es die süssestc und gesündeste Nahrung, aber für RloyenGift, tddtliches Gift seyn.
In der Hoffnung, Sie in wenigen Tagen zu umarmen, und Sienun liimmermchr wieder mir entschlüpfen zu lassen, bin ich
Braunschwcig,den 2. Nov. 1769,
ganz der Ihrige.I. A- Ebert.