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»ach meinen Grundsätzen leicht erklären. Er sollte nur den drittenTheil drucken, von dem was er druckt, so hätte er ruhigere Tage/ undkäme weiter als jetzt.
Ich schwatze Ihnen, liebster Freund, vielleicht Dinge vor, umdie Sie sich jetzt nicht sonderlich bekümmern. Es geschiehet aber nur,daß Sie sehen, warum eben der bisher ziemlich starke Debtt der deut-schen Bibliothek mich nöthigt, mit mehreren? Verlegen einzuhalten.Der Debit meines Verlags ist in keiner Proportion mehr zu meinemDcbite im Sortimentshandel; und diesen zu vergrößern, ist kein Mit-tel da, als mich in Unternehmungen einzulassen, die zu weit aussehendwären, und meine Arbeit, die ohnedies schon zu stark ist, noch stärkermachten. Verlagsdcbit verursacht auf den Messen viel schlimmeSchulden. Das Drucken macht große Kosten. Ich bekomme also einegroße Menge Bücher und ausstehende Schulden, und kann niemalszu Kräften kommen. Daher setzt es mich wirklich in Verlegenheit, daßich jetzt, um die Reste nachzuholen, mehr Stücke der Bibl. druckenmuß, und der Debit hält mich, wegen der vermehrten Kosten, nichtschadlos, wenn ich meine jährliche Bilanz nachsehe. Ich muß alsosuchen, eine Zeitlang weniger zu verlegen, damit meine Handlungwieder ins Gleichgewicht komme. Es könnten selbst viele Buchhändler,wenn sie eine Handlung auf die Stufe gebracht hätten, als ich diemeinige, glauben, sie müßte nun recht eifrig durch den Verlag in dieHöhe getrieben werden; und in kurzer Zeit würde die Handlung, wieein vollblütiger Körper, in eigner Kraft ersticken. Sie sehen also,daß ich wenigstens nicht aus Eigensinn, sondern mit guter Uebcrlc-gung handle.
Uebrigens soll, was ich hier schreibe, so bald es auf den Druckder antiquarischen Briefe ankommt, keinen Einfluß haben. Denn ichwill zwar so wenig als möglich Neues anfangen, aber das Alte mitOrdnung fortsetzen. Ich werde Ihnen dann nie sagen, welcher Theilder antiquarischen Briefe der leyte seyn soll. DieS ist bloß des Ver-fassers Sache, und es taugt nichts, wenn der Verleger sich hineinmischt. Ich thue dies niemals, am wenigsten bey meinem Freunde.Noch weniger kann es auf unsere Berechnung Einfluß haben. IhreAssignation wird gleich bezahlt werden, unsere Berechnung mag stehenwie sie will. Auch künftig assigniren Sie, wenn Sie brauchen, undvergessen Sie nicht, daß die Freundschaft Sie dazu berechtigt. Ichsehe die Nothwendigkeit ein, wenn ich die Unternehmungen meinerHandlung im Ganzen überlege, streng als Kaufmann zu denken; abercS wäre für meinen Verstand und mein Herz ein großes Unglück,