218
Briefe an Lessiug. 1770.
Dcmosthenes fertig seyn. Könnte derselbe durch Dero Vermittelungein eben so ehrenvolles Zeugniß, in der Hamburgischcn Zeitung erhal-ten/ als die bloße Ankündigung und Probe desselben zu erhalten dasGlück gehabt, so würde das ein Zuwachs derer Verbindlichkeiten seyn,linter welche Sie, hochgeehrtester Herr Bibliothekar, vcrsczt haben
Dero
ergebensten DienerD. ReiSke.
Halberstadt , d, 2Z. April, 1770.
Herr Gärtner schrieb mir chegcstcrn, daß mein Lessing den ?ostenzu Braunschweig erwartet würde. Nun muß er also dort seyn, HerrMichaelis aus Leipzig geht hierdurch über Braunschwcig nach Ham-burg . Er wünscht meinen Lessing kennen zu lernen. Eiligst alsogeb' ich ihm dies Bricfchen mit, das bey meinem Lessing ihm denZutritt verschaffen soll. Wenn aber, mein liebster Freund, werd' ichSie persönlich umarmen! Sie empfinge» mein neulicheS Schreibendoch noch in Hamburg ? So bald nur immer meine Geschäfte cS mirerlauben, erschein' ich bey Ihnen in Wolfcnbüttcl, und wär' es auchnur auf einen Tag! Lieber freylich wär' es mir, wenn Sie zu mirkommen könnten! zumal, wenn cS Ihnen möglich wäre, länger beymir, als ich bey Ihnen zu bleiben. Den Göttern sey fürs erste ge-dankt, daß Sie nun so nahe wohnen! Mit der Nachricht, Sie wärenschon nach Rom abgereist, würd' ich neulich nicht wenig erschreckt.Diesen Sommer, hoff' ich, werden Sie doch woHl bey uns bleiben?Herr Michaelis wird zur Post gerufen. Ich umarme Sie, meinTheuerster.
Glcim.
ES ist mir ein wahres Vergnügen, Euer Wohlgcbohrnen mit demersten Theil eines Werks aufzuwarten, zu dessen Empfehlung Sie,schon da cS noch in der Gcburth war, zum voraus so viel beygetragenhaben. Weil ich nicht zweifle, daß Ihr Anschn bey den Verfassernder neuen Hamburger Zeitung, Ihrer Entfernung ungeachtet, dennocheinen starken Eindruck habe, so erkühne ich mich, Sie zu ersuche», cSdahin zu vermitteln, daß in gedachter Zeitung eine zu bessern Vertriebemeines Werks gereichende Anzeige mitgetheilet werde. Könnte es durch