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Briefe an Lcssing. 1771.
richtigkeiten, die im Excerpircn mit unter gelaufen seyn werde»/ gerneauf sich genommen? Gewiß niemand. Am sichersten vermeinte ichalso zu gehen, wenn ich mit der Wahrheit umgienge, zumal da dieseWahrheit Ihnen doch nunmchro, nachdem der Codex wieder an Ortund Stelle ist, weder Gefahr von Verantwortung zuziehn, noch Ih-rem guten Namen schaden kann. Sie machten mir einmal Hofnungzu dem eo6ies I^ihanii. Könnte ich ihn wohl mit dieser Messe er-halten? Ueber etliche Wochen würde ich ihn nicht behalten. Auchden vorstehenden Sommer habe ich dem Libanio zugedacht,, wie ich ihmden lehtverwichcnen aufgeopfert habe, denn an meinen oralnilliusgraeeis, kann ich für itzt nichts thun, sondern muß eine Weile damitinne halten. Leben Sie recht wohl. Ich verharre, nebst gehorsamstemEmpfehle von meiner Frau -c,
D- Rciske.Frankfurt , den 19. April 1771.
Morgen reise ich von hier, und habe also künftigen Mittwochoder Donnerstag das Vergnügen, Sie in Wolfenbüttel zu besuchen.Es könnte zwar seyn, daß ich in Braunschwcig Briefe vorfände, diemeine Nachhausrcise prcsssrten, und da müssen Sie verzeihen, wennich Sie dieseSmal nicht besuchte. Ich will cS denn doch nicht hoffen,und daher die Beantwortung Ihres Briefes auf das Mündliche vcr-sparcn. Viele Freunde, die mich besuchen, und mein Koffer, der nochnicht gepackt ist, erlauben mir nicht wcilläufliger zu seyn. — Sie rei-sen doch wohl mit mir nach Hamburg ? Sie sind mir ja drey Gegen-visiten schuldig, die Sie doch wohl einmal abtragen können.
Leben Sie wohl! Ich bin
Dero
ergebene DienerinnE, C. König.
Mein lieber Freund!
Ich verlange eben so gern in Hamburg zu wissen, was Sie ma-chen, als in Wien , und darum werden Sie verzeihen, wenn ich micheher darnach erkundige, als Sie zu vermuthen, ich will nicht sagen,zu wünschen schienen. Bald kam es mir doch so vor- Denn Sieforderten, außer einer Nachricht, die sich noch sehr in die Länge ziehen