322
diene> und daß ich Sie unaufhörlich mit dem aufrichtigsten Herzenlieben und hochschätzen werde.
E- C- König.
Dem Kutscher habe ich die Kleinigkeit gleich am Sonnabend bezahlt.
Halberstadt , den 9. Nov. 1771.
Herr Magister Werthes/ der, »lein lieber Lessing . Ihnen diesesüberreichen wird, ist von Herrn Wieland, bey dem er sich einigeTage in Erfurth aufgehalten hat, als ein sehr geschickter Mann mirbestens empfohlen. Er sucht an eine», den deutschen Musen geheiligtenOrte nur eine geringe Versorgung; am liebsten aber wünschte er, miteinem reichen Junker auf Reisen gehen zu können. Hier in Halbcr-stadt war nichts für ihn in Vorschlag zu bringen. Deswegen entschloßer sich, seinen Wanderstab bis zu den Braunschweigischen Musenfortzusetzen.
Können Sie, lieber Freund/ diesen jungen, wie cS scheint be-scheidenen Mann — der/ weil er sich/ wegen zahlreicher Familie seinesVaters/ nicht in den besten Umstanden befinden mag, mit allem vor-licb nehmen wird/ zu etwas verhelfen, so thun Sie'S gern, das weiß ich.
In der Eil/ worin ich Ihnen schreiben muß/ wie kann cS mireinfallen, von Ihrer ganz vortrefflichen Abhandlung vom Sinngedichtmit Ihnen zu reden? Unserm Jacob,, der von Düsseldorf zurück-kommt, wollt' ich bis zu Ihnen entgcgenrcisen; aber daran werd' ichdurch einen Familienbesuch/ und durch immer fortdauernde mehr ver-mehrte, als verminderte Krankheit verhindert.
Wollen Sie, bester Freund, Ihren Gleim in diesem Leben nocheinmal sehen, so kommen Sie bald; denn mich dünkt, ich fühl' eS,daß ich bald seyn werde, wo mein Rlcist mich erwartet.
Gleim.
Berlin / den 9. November 1774.
Liebster Bruder,
Gut, daß Du Dich wieder gesund fühlst! Ohne das ist doch dasUebrige nichts, und mit dem muß bey Dir alles gut werden. Ichwill Dir also nicht erst mit vielen Worten sagen, wie angenehm mirDein Brief gewesen ist.
An unsere Mutter habe ich vorgestern geschrieben; und die verlang-ten Exemplare von Deinen vermischten Schriften sollst Du mit