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auf. Er hat Wechsel in Händen, so er von mir/ auf das in Augs-burg gebrochene HauS, gekauft; die folglich mit Protest zurückgekom-men. Noch hat er mir nicht einmal den Protest vorzeigen lassen, undich verdiente es doch, weil ich ihn so herumziehe. Er muß aber schondie Ursache wissen. Denn er hat mir einigemal durch meinen Schwa-ger sagen lassen: er wollte lieber die Sache mit mir abmachen, Sch.wäre ein viel zu hitziger Mann.
Glauben Sie noch, daß ich zu uneigennützig bin? Nicht wahr?Sie finden mich nun vielmehr eigennützig; besonders wenn ich Ihnensage, daß, je mehr P. nachläßt/ je angenehmer wird es mir seyn,und warum nicht? er thut es ja freiwillig, und muß eS also gemäch-lich thun können.
Hier ward ich chcgcstern durch Madam Sch. unterbrochen, die,weil alle ihre Vorstellungen nichts fruchten wollten, mich endlich dnrcheinen Brief von Ihnen, den sie mir vorlas, stehendes Fußes zur Ent-schließung brachte, mit auf den Wall, und dann nach ihrem Hausezu gehen. Ich danke Ihnen für die Sorgfalt, so Sie für mich tra-gen, daß Sie sogar meine Freunde aufmuntern, mich nicht zu vergessen.Den Nachmittag wäre ich bey Madam S" recht vergnügt gewesen,denn sie war außerordentlich munter, ich hätte aber Nichtwissen müssen,daß sie nicht heiter seyn würde, wenn sie ihre Umstände kennte. Ichschwöre Ihnen, daß jedes laute Lache», das sie that, mir durch dieSeele ging, vollends wie ihr Mann erst dazu kam, dem mau, beyaller crzwungncn Freundlichkeit, den Kummer auf dem Gesichte las-Ich bin nicht unterrichtet, wie die Sache seitdem gelaufen, weil ichden Mann nicht wieder gesprochen, der sie mir erzählte. Ich hoffe,gut, und denke noch immer, daß es an der Disposition und an wei-ter nichts gelegen; denn für jemand, der in Hamburg von Rentenlebt, muß die» eine große Kleinigkeit seyn.
Sie werden sich wundern, daß ich mich bey anderer Leute Sorgenaufhalte, da ich deren selbst genug habe; ich muß Ihnen aber sagen,daß das eben das Mittel ist, mir die meinigcn auf einige Zeit auSdem Gedächtniß zu schlagen. Ob ich zwar bey dem Tausche nicht vielgewinne, so bin ich schon damit zufrieden, daß ich mich wieder fürAndere intcressiren kann, da ich mich kaum mehr für mich selbst in-teressiren konnte.
Vielleicht sehe ich Sie gar bald, wo nicht noch in diesem Jahre,doch i» den ersten Tagen des künftigen Jahres. Es kommt mir vor,als ob Herr Schubach lieber sähe, wenn ich die Reise selbst machte;spricht mich also mein Bruder nicht davon frey, so muß ich sie wohl