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Briefe an Lessmg. 1771. 1772.
behielte ich da»» für mich, und suchte zu dem dritte» einen vermögen-den Mann, der allenfalls, wenn cS das Bedürfnis! der Fabrik erheischte,— (denn so genau läßt sich der erforderliche Fond nicht bestimmen) —sich verbinden müßte, im nöthigen Fall zu festgesetzten Interessen Vor-schüsse zu machen. Was sagen Sie hierzu? Herrn Schub. habe ichdarüber noch nicht gesprochen.
Sonst sagt er nicht, ob ich oder mein Schwager die Reise thu»soll. Aus dem Auszuge so ich Ihnen gemacht, ließe sich schließen: ersähe lieber, daß ich sie thäte; er spricht aber übrigens vcrschicdcncmalvon der Ruhe, so mein Körper nöthig hätte, ohne die ich vhnmöglichgesund werden und bleiben könnte. — Adieu, liebster Freund!
Liebster Freund!
Ich danke dem Herrn Professor Zacharia, daß er Ihnen den er-sten Feyertag hat vollbringen helfen; daß er Sie aber auch den Abendwieder von sich gelassen hat, ist mir nicht weniger angenehm. VomWcghauS hätte ich doch wohl keinen Brief gekriegt? Ich bin erkennt-lich, und wünsche, daß Sie den dritten Feyertag wieder dahin zurück-gekehrt seyn mögen, theils Herrn Zacharia wegen, noch mehr aber Jh-rentwegen; denn das immerwährende Sitzen auf dem alten Schlossetaugt Ihnen im Grunde gar nicht. Ich glaube zwar, daß auch inBraunschweig nicht viel Vergnügen für Sie ist; indeß sehen Sie dochda Menschen, und zerstreuen sich, das Sie in Wolfenbüttel nicht thunwollen. Die Fr. v. D- besuchen Sie doch wohl? Machen Sie ihr jabey erster Gelegenheit recht viele Komplimente von mir und Engelbert,der sich ihrer sehr oft erinnert, und noch heute seiner Schwesterwünschte: sie möchte so schön werden, wie die Frau von D.
Ich hingegen wünsche, daß Sie bald die angenehmsten Nachrich-ten aus W. erhalten mögen; erwarten Sie sie aber doch nicht so ge-schwind. ES gehet dort etwas langsam zu, ehe ein Entschluß gefaßtwird; zumal in der Sache, wowider noch immer, glaube ich, die FrauMutter vieles einzuwenden hat. Wenn Ricdel berufen ist, so schließeich fast, daß S. wieder am Brete ist; denn der ist sein großer Gön-ner. Wenn er zwar die Religion verändert hätte, so wäre dieses schonEmpfehlung genug, und dies sagt man hier; noch mehr, man sagt:er sey bereits in Wien . M spreche ich nicht, und kann mich alsowegen Klopstock nicht bey ihm erkundigen. Ich glaube aber nicht,daß ihm Anträge geschehen sind, sonst hätte er sich wohl was gegen