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wieder von hier, wie man vermuthet/ nach Braunschweig , Seylcr istnoch immer ihr Begleiter.
Ueber SonncnfclS geht ein abscheuliches Pasquill herum. Es istso meschant, daß ich unmöglich mehr als eine Seite habe lesen kön-nen. Neulich hat ein Actcur zum erstenmal auf dem hiesigen Theatergespielt, und so elend, daß alle Zuschauer seiner gleich übcrdrüßig wä-re»/ und ihn so lange auszischten und ausklatschten, bis er mitten inder Rolle aufhörte. Er nahm sich aber doch die Freyheit, bevor er ab-trat, dem Publikum einige Sottiscn zu sagen? dafür hatte er die Ehre,mit der Wache vom Theater abgeführt zu werden. Er muß denn dochAnhänger haben: denn hierauf geht das Pasquill. Man beschuldigtSonnenfclS: er habe den Lärmen erregt. Am Ende muß der armeMann auch mehr über sich ergehen lassen, als er verdient. MerkenSie nicht, daß er mich sehr freundschaftlich aufgenommen hat? DaShat er in der That, noch mehr aber waren seine Frauenzimmer ganzaußer sich vor lauter Vergnügen.
Nun, mein lieber Freund, für dicscSmal nichts mehr. Der Briefmuß noch in die Stadt, und wird so nur kaum fortkommen. Ichhoffe, daß ein Brief von Ihnen unterweges ist/ der mir sagt, daß Siewieder vollkommen wohl sind. Wie kommen Sie nur zu den Zahn-schmerzen? Doch dies ist wohl keine Frage. Sie nehmen sich nichtgenug in Acht, erkälten sich immer, und daher leiden Sie zeither auchbeständig an der verzweifelten Kolik- Werden Sie behutsamer, so binich überzeugt, daß Sie so leicht nichts überfällt. — Mein Schwagercinpflchlt sich, und ich bin von ganzer Seele
Ihre
aufrichtigsteE. C- König.
Der Neapolitanische Gesandte hat die Nachricht, daß Struenseeund Brand bereits öffentlich enthauptet sind. Ich bin begierig zu wis-sen, ob cS wahr ist. Man urtheilt hier, und fast aller Orten, überdie Kopenhagncr Sache, wie Sie darüber urtheilen.