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jetzo noch nicht begehret, nun aber in einigen Tagen, und zwar geradevon der Kaiserinn, begehren werde. Ich habe bisher geglaubt/ meineGeschwister würden mir das Ihrige lasse»/ es scheinet aber, daß be-sonders der Professor keine Lust dazu hat. Sie dazu überreden magich nicht, weil ich sehe, daß alle mein Fleiß nicht beglückt ist. Wenndemnach der Hof nicht die Hand bieten will, so werden vermuthlichzwei im Flor stehende Fabriken, bei denen ich alle das Mcinige ein-büßen werde/ eingehen müssen; und das just zur Zeit/ wo der Absatzanfängt ergiebig zu werden. Denn seit meinem Hiersevn hat er au-ßerordentlich zugenommen. Ein Kaufmann allein will sich cngagireii/mir monatlich für looo Fl. Waare gegen baare Bezahlung abzunehmen,wenn ich ihm dagegen Pässe für ein Quantum von 8000 Fl. auslän-dische Waare verschaffe, und das auf so viel Jahre als cS der Hofeingehen will. — Wäre cS nicht sonderbar, wenn dem ungcacht allcSden Krebsgang ginge? Gewiß! nicht nur sonderbar, sondern sehr hart,und doch kann cS leicht so kommen.
Was ich auS G** machen soll/ weiß ich nicht. Er bezeugt sichaußerordentlich freundschaftlich; aber er scheint mir nicht recht zu traue»/sondern vielmehr zu glauben, meine Verlegenheit sei bloße Verstellung;ich suchte die Hülfe nur, um mit guter Manier von hier los zu kom-men. Ich weiß, daß er sogar der Kaiserin crzchlci hat, ich sei hichcrgekommen/ um das Werk anzugeben. In welcher Absicht? kann ichnicht errathen. Sie mag aber gewesen seyn, welche sie wolle, so hätteer mir immer einen größern Gefallen gethan, wenn er lieber ganz vonmir geschwiegen hätte. Denn cS ist nichts natürlicher/ als daß manden sich selbst überläßt/ von dem man vermuthet/ daß er nach erhal-tener Hülfe ins Fäustchen lacht und davon geht.
Dcmohngcachtct schreiben Sie ihm/ thun Sie es mir zu Gefallen.Jetzt erst kann er mir nutzen, wenn er will. Bisher ist noch nichtsvon meiner Sache in den Staatsrath gekommen, weil ich die erstenInstanzen nicht habe vorbei gehen wollen. Was ich aber nun direktean die Kaiserinn eingeben werde, das wird Sie, wie gewöhnlich, mitsich in den Staatsrath nehmen, wenn er dann das Wort für michredet, so wird mir gewiß binnen kurzem geholfen.
Wenn ich bei den vielen Verdrießlichkeiten nur noch den Trosthätte, Sie recht gesund und vergnügt zu wissen; aber Sie scheinenmir nichts weniger, als das zu seyn. Wenn cS nicht gar noch schlim-mer mit Ihnen ist, als Sie sagen: Wenigstens wen» es »och nichtschlimmer ist, so kann cS leicht schlimmer werden, wenn Sie nicht inZeiten vorbeugen. Das beste Mittel wäre gewesen, Sie hätten mit