so viel mir erinnerlich, daß ich wegen der Forderung des Herrn von BZ.mich mit ihm ausgleichen wollte. Dieses lhat ich gleich des andernTageS, und cS gelang mir auf daS Beste. Aber eben/ weil cS so ge-lang — Sie verstehen cS wohl? — so griff es mich mehr an, alswenn der redliche Mann stürmisch und hart gewesen wäre. In demletztern Falle hätte ihm mein freyes Gewissen die Spitze geboten. Alleiner zeigte nichts als Mitleid und Eifer, zur baldigen Endschaft meinerSache das Seinigc beytragen zu wollen, und also können Sie leichtdenken, daß ich trauriger von ihm ging, als ich zu ihm kam. Ichwar so matt, wie ich zu Hause kam, daß ich alle mögliche Anstrengungbrauchte, um nur mit einigen Zeilen an Sch- den AuSgang diesesGeschäfts melden zu können. Nun glaubte ich mich, nach einigenStunden Ruhe, erholet zu haben, und setzte mich nieder, um an denProf. zu schreiben; allein über den Brief ward ich so elend, daß manmich vom Schreibtisch ins Bett bringen mußte. Ich bekam ein hef-tiges Fieber; und hätte meine eiserne Natur sich nicht durch verschie-dene Wege geholfen, so möchte ich wohl nicht so davon gekommen seyn,als ich Gottlob davon gekommen bin. Ich bin zwar sehr geschwächt,und darf wohl nicht Rechnung machen, vor vierzehn Tagen ausgehenzu dürfen; aber zu befürchten habe ich weiter nichts.
Eben erhalte ich Ihren Brief vom Lten. Mit so viel Freude ichihn erbrach, mit eben so viel Bekümmcrniß habe ich den Anfang da-von gelesen. Sie sind unzufrieden, und wenn Sie unzufrieden sind,so muß die Ursache gewiß groß sepn. Daß Sie sie mir verschweigen,ist nicht recht, glauben Sie mir, mein Freund! ob Sie es gleich inden besten Absichten thun. Das Herz wird leichter, wenn man eS gegeneine Person ausschüttet, von der man weiß, daß sie aufrichtigen An-theil nimmt. Und das sind Sie doch wohl überzeugt, daß Sie diesePerson in mir finden?
DaS Einzige, was mich noch einigermaßen beruhiget, ist, daßSie zugleich sagen- Sie seyn hypochondrisch, indem ich aus Erfahrungweiß, daß Hyvochondristen nur allzuoft »ichtsbedcutcnder Dinge wegensich Grillen in den Kopf setzen. Ich will hoffen, daß dieß auch IhrFall ist; Sie aber auch inständigst bitten, dieser höchst beschwerlichenKrankheit in Zeiten Einhalt zu thun, ehe sie zu tiefe Wurzeln faßt.Verlassen Sie Ihr altes Schloß lieber auf einige Zeit ganz, und ge-hen Sie nach Braunschwcig, wo Sie denn doch mehr Gelegenheitsich zu zerstreuen finden, als auf dem verwünschten Schlosse, und über-haupt in Wolfenbüttel . Hören Sie, bester Freund, folgen Sie mir,und sagen Sie mir cS recht bald, daß Sie mir gefolgt, und daß Sie