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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
Entstehung
Seite
549
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Briefe a» Lcssnig. 177k,

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Aon Madame König.

Am Freytag.

Mein lieber Freund!

Eben offeriret mir M.... das kleine Schächtelchen mit der Lotto-Stafete fortzuschicken, die aber den Augenblick abgehet. Was ich alsowegen der darin sich befindenden Steine zu erinnern habe, schreibe ichmit morgender Post. Indeß können Sie cS immer eröffnen. DerRing ist mit darinn. Leben Sie wohl. Ihre Briefe erwarte ich sehn-lich, und bin, wie Sie schon wissen,

Ihre

ganz ergebene

_ K-

Non Madame König.

Hamburg , d. 20. April 1776.

Mein lieber Freund!

Mit gestriger Lottostafette habe ich die geschnittenen Steine, nebstIhrem Ringe abgeschickt. Ich denke Sie werden sie erhalten haben,und nicht ungütig nehmen, daß ich Sie mit dieser Kommission belastige.Inliegend folgt die Notiz, so mir Philipp Abraham über die Steinezugestellt, worauf die Frau den Empfang quittiren wird, die ich mirdann wieder zurück erbitte, um meinem Gläubiger die Zurückgabeanzeigen, und ihn zu anderweitiger Bezahlung anhalten zu können.Ich glaube, schon gesagt zu haben, daß der ältere Herr von Voigtdie Frau kennt. Wüßte ich, die Steine anch nur zur Hälfte anzubrin-gen, so wollte ich sie gerne für voll annehmen. Nicht wahr? da istwohl keine Hofnung? Wenigstens sagen alle, die sie gesehen, sie wä-ren wenig oder nichts werth.

Mit heutiger Post dachte ich sichere Nachricht von Ihnen zu er-halten. Daß sie ausgeblieben, bcnnruhiget mich, weil ich daraus schliesst,daß Sie noch keine Antwort von dem E. Pr. haben. Wann nur seinegegen Sie geäusscrten Gesinnungen aufrichtig sind! und der AuSgangder Entscheidung sich nicht ins lange hinausziehet!

Ich habe an die vier Monate keinem meiner Brüder eine Zeilegeschrieben, weil ich nicht weiß, was ich ihnen schreiben soll. ZumGlücke, daß die Manheimer Regierung stille sitzet, sonst wäre ich ge-zwungen, eine kategorische Antwort zu geben.

An Herr »»d Madame K. habe ich Ihren Auftrag überbracht.