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laß, mein Vaterland kennen zu lernen. Gefällt es Ihnen/ so könnenSie immer den Wechsel treffen/ und wie mich beucht/ mit mehrcrmAnstand/ als jetzt, da die Herrschaft noch so ganz kürzlich gezeigt hat,wie sehr sie Sie liebet und schätzet. Und Sie stehen sich auch wirk-lich so besser/ als mit bloßen zwey tausend Gulden/ ohne die Freyheitgerechnet/ in der Sie bleiben, die gewiß viel werth ist. Dann ist nochein Hauptumstand. In Braunschweig denkt und regiert der Herzogselbst; in M- hingegen die Minister, mit denen dazu nicht selten ge-tauscht wird, und man sich folglich jeden Monat, jedes Jahr, auf ei-nen andern Herrn gefaßt machen muß. Nein! es ist sicher so besser.Nur eins haben Sie mir zu melden vergessen. — Wird die Frau auchmit frey gehalten? Sonst wird sie Ihnen zur Last fallen. Denn esversteht sich ja wohl, nicht wahr? daß wenn Sie in ihr Vaterlandreisen, Sie sie nicht zurücklassen können? Hierbei) fallt mir ein, ob Sienun auch den Wiener Wagen behalten wollen? Er ist ungemein be-quem. Sagen Sie micS in Antwort, so lasse ich ihn zur weiten Spureinrichten; denn so wirft man zu leicht mit um. — Künftigen Sonn-abend geht Madame Sch. auf den York. Ungeachtet ich noch viel zuthun habe, werde ich sie doch begleiten. Ich komme aber den Mon-tag sicher zurück. Wenn Schwan so abgereiset ist, wie Sie melden, sohoffe ich noch vor Sonnabend zu hören, wenn Sie auf hier zu kom-men gedenken, und ob cS noch bey der Abrede vom Dork bleibt. Ma-dam Sch wollte hiernach ihren Aufenthalt im York einrichten, undwünscht also sehnlich eS zu wissen.
Daß ich zu wissen wünsche — eben nicht, ob Sie auf den Borkkommen wollen, aber wie bald Sie kommen wollen, brauche ich Ih-nen wohl nicht zu sagen. Durch jeden Augenblick, den Sie eher kom-men, werden Sie mich unendlich verpflichten, das wissen Sie so.Also denke ich, daß auch Sie Ihre Abreise, so viel nur immer mög-lich beschleunigen werde».
Leben Sie indessen recht wohl, und überzeugt, daß ich Sie überalles liebe und hochschätze.
Ihre
ganz ergebene
K.
Ihre Nummern haben nichts gewonnen.