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Von Madame König.
Mein Lieber!
Gestern Abend bin ich müde und naß von Bork zurückgekommen.— Der Ort ist sehr angenehm, die Leute, unter denen ich gewesen bin,vortrcflich; aber bey der Fahrt über die Elbe, von Kranz bis auf denVork, ist das fatal/ daß man sich bey schlechtem Wetter ein paarStunden beregnen lassen muß. Daß ich einen Brief von Ihnen vor-fand, diente mir gestern sehr zur Erholung, wiewohl ich nicht läng-nen kann, daß der Anfang mich ein wenig erschreckte. Es fiel aberdoch am Ende gut aus. Zwar haben Sie Ihre Hicherkunft zwey Tageweiter hiuausgcscht, ich schmeichele mir aber, wenn ich Sie recht in-ständig bitte, daß Sie dahin trachten auf den sechsten, nicht erst aufden achten hier zu seyn. Versteht sich auf dem Vork, wohin ich denütcn gehe, und woselbst alles schon arrangieret ist. Der Pastor hatbereits die Erlaubniß, uns trauen zu dürfen. Nehmlich, wenn Sieeine Herzogliche Erlaubniß haben, und ich den Schein vorzeige, daßich auS hiesigem Ncxu bin. Dieß letztere wird Herr Sch. binnen ei-nigen Tagen bewürken — und wie er glaubt, werde ich mit 30—40Thaler davon kommen — und für das Erstere werden Sie sorgen.
Es ist nicht nothig, aber Herr Sch- mcvnct, daß cS eine Art vonKompliment wäre, wenn Sie die Herzogliche Erlaubniß einige Tagevorher einschickten, um sie in Stade vorzuzeigen, weil doch die StaderHerren aus blosser Achtung für Sie, nur unter der Hand, ohne weit-läustigcS Anfragen, die Sache zugestanden haben» die sonst bey wcit-lauftigcm Anfragen wohl Schwierigkeiten hat. Machen Sie daS, wieSie wollen, aber Ihre Hicehcrkunst, die lassen Sie mich bestimmen.Den 6ten erwarte ich Sie ganz sicher auf dem York. Den 8tcn habeich zu unserm Hochzeiitag bestimmt, weil der sich auch für Herrn Sch.am besten passet, und er einige Tage alSdenn bey uns bleiben kann,ohne einen seiner Hauptposttage zu versäumen, welche Montags undFreytags sind. Ucbcrdieß habe ich noch einen Bcwcgungsgrnnd, denich Ihnen aber nur mündlich sagen kann, warum ich diesen Tag undkeinen späteren wünsche. Ich rechne daher ganz sicher darauf, daß Siemeine Bitte gewähren, zumal da Sie kein ander Hinderniß haben,als das HauS - Allein darüber seyn Sie nur ganz ruhig. Die Woh-nung mag sevn wie sie will, in noch so großer U»ordnu»g, sie sollbald in Ordnung seyn, wenn ich zugegen bin. Und was Ihr ange-