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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
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578
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Briefe an Messing. 177«?.

Christ, so wäre er in Kurzem bey Dir. Ist eS nun nicht gut. daß ersich nicht hat bekehren lassen?

Karl.

Göttingen , d. 7. October 177«.

Die vputooli morsli von Albertt sind leider in unsrer Biblio-thek nicht, und die (.'ento ^poloxdi von IZorniuciino Lakii besitzenwir bloß in dessen Verti et prole. Ven. 1590. 4to. Wäre Ihnendamit gedient, so erfolgen sie auf den ersten Wink.

Ihre Antwort wegen der Rciskischen Manuscripte ist in der Spracheeines rechtschaffenen Mannes, und das Vertrauliche darin erwiedere ichmit herzlichem Dank.

Auf Ihren Reisen nach Manhciin müssen Sie nun Göttingen zur Niederlage machen; wenigstens einige Rasttage auf dem Hin- undHerwege. Recht freundschaftlich werden Sie gewiß empfangen werden-Der gute Prof. Die; freuet sich darauf wie ein Kind.

Nie höre ich auf mit wahrer Hochachtung zu scvn :c.

Heyne.

Berlin , den 29. Octbr. 1770.

Liebster Bruder,

Ob ich gleich in langer Zeit nicht an Dich geschrieben, so habeich doch Deinen Auftrag nicht vergessen. Christ, ein ziemlich guterActeur, den ich die Rollen der auf deutschem Boden französirendcnNarren und die ernsthaften Liebhaber, auch ganz niedrig komische Rol-len mit vielem Glück machen gesehen, will von Döbbelin weg. Er hateine Frau, die aber zur höchsten Noth nur kleine Nebenrollen spielenkann; doch ein Mädchen von acht bis zehn Jahren, und einen Knabenvon sechs Jahren, die, als Kinder betrachtet, sehr gut spielen: vor-nehmlich findet der Knabe hier großen Beyfall. Dieser will sich mitseiner Familie bey dem Manhcimischen Theater unter folgenden Bedin-gungen engagiren:

1) Wöchentlich verlangt er 6 Ducaten,

2) 200 Thaler Vorschuß;

3) Reisegeld so viel, daß er, mit seinen eigenen Worten zu reden,sammt setner Frau, drey Kindern und einer Magd honett rei-sen kann-