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Briefe an Lessmg. 1777.
Die Herren von C. und D- nebst ihren Damen spreche ich oft.Heute sind sie nach Potsdam gereist/ werden aber übermorgen schonwieder zurück seyn. Mit ihnen werde ich Dir ein MchrereS schreiben.Du hättest wohl mit ihnen nach Berlin kommen können!
Karl.
N- S. Unser Bruder TheophiluS hat mir nicht einmal seinej^elogss Sslowoiiis geschickt. So bald ich ihm schreibe, werde ich ihndarum mahnen. Er mag wohl von der Autor-Methode, an seineFreunde Exemplare zu verschenken, nicht viel halten.
Braunschwcig, d. 2. August 1777.
Wenn Sie, mein liebster Lessing, mir Fceßwolfe den Brodkorb sohoch hangen, daß ich von Ihnen nichts mehr erhalten kann, so mauseich neben her.
Hier schicke ich Ihnen etwas, das Sie mir zu copiren nicht auf-getragen haben, und doch hoffe ich, soll eS Ihnen nicht unangenehmseyn. Vielleicht kann mancher historische Umstand durch mein schönesRegister berichtiget werden. In der Geschichte kommt, wie Sie selbstwissen, manchesmal auf Tag und Stunde gar viel an. Auch könnteman au» den beygetragenen ohngefähr auf daS Alter dcS (ÄllMlarimn,wenn es geschrieben ist, gebracht werden; etwa glaube ich im 9»o. oderlooostcn Jahre. Neuer ist cS gewiß nicht. Was ich hinten vom Dith-mar u. s. f- bcvgeschmicrt habe, that ich nur, um zu versuchen, vonwelchen Leuten die Rede in dem Calendario wäre, und ob die Chrono-logie bey andern Schriftstellern auch zuträfe? u. f. f. Das geht Ih-ncn vermuthlich nichts an.
Eschenburg hofft Sie nächstens hier zu sehen. Erwirb Ihnen dennvon dem, was Sie zu wissen verlangen, Nachricht geben. Leben Siewohl, mein liebster Lessing.
Wenn Sie gleich das Publikum bisher noch nichts von den Früch.ten Ihrer Reise nach Italien haben genießen lassen, so zweifle ich dochnicht, daß Sie einzelnen Personen gern damit auf eine oder die andreArt werden dienen wollen, so oft Sie dazu Anlaß finden. Ihr habenSie eine Gelegenheit, einem jungen Menschen, der dessen gewiß nicht