Briefe an Lcssing. 1777.
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tcn neuester Art und Kunst ähnlich, die fast eben so die Natur nach-ahmen. Indessen ssualecunijuo elr, nehmen Sie es als ein Andenkenan. Ich wünschte mir ein gleiches Bild von Ihnen zu haben.
Daß Sie Vater sind/ erfuhr ich kurz vor meiner Abreise. Meinenherzlichen Glückwunsch! Ihre erste Geistesfrucht war ein junger Ge-lehrter, und Ihre erste Leibesfrucht soll also eine junge Gclehrtinnseyn!
Leben Sie wohl. Ich bin von Herzen
Ihr
Nicolai.")
Liebster Freundl
Ich bin dem Vergnügen, Sie zu sehen, so nahe gewesen, undkranke mich jeht, dasi ich mich habe nach Hannover bringen lassen, ohneSie gesehen zu haben. Mein Vorsah war, mich allhier etwa 8 bis 10Tage aufzuhalten, und meine Rückreise über Wolfenbüttel zu nehmen.Billet von Muzelsiosch, und Brief und Blumcnschachtcl nahm ich mitBedacht mit; die Papiere, um sie Ihnen persönlich zu überreichen, unddie Blumen, um mir bey Madam eine Empfehlung auszusparen, diesonst ein unbekanntes bckctigcS Gesicht weniger freundlich aufgenommenhaben würde. Aber wie es den frommen Wünschen auf Erden zu ge-hen pflegt: wenn sie auch erfüllt werden sollen, so werden sie wenigstenssehr lange, für den Wünschenden mchrcnthetls tddtlich lange verscho-ben. Ich werde mich allhier/ wer weiß wie lange, aufhalten, und vorLangerweile umkommen müssen. Hicrbcy erhalten Sie Ihre Briefe,Madam ihre Schachtel. Bevor ich von hier abreise, werde ich daSVergnügen haben, Ihnen nochmahls zu schreiben, um Sie wenigstensbey meiner Durchreise durch Wolfenbüttel nicht zu verfehlen. LebenSie wohl!
MoscS Mendelssohn.Hannover , den 11. Nov. 1777.
Bester Frennd!
Ich komme ganz unfehlbar zu Ihnen nach Wolfenbüttel , ob ichgleich den Tag noch nicht bestimmen kann, wenn dieses geschehen wird.
') Dies ist »ichl der Schluß meiner Korrespondenz mit Lcssing; aberalle folgenden Briefe sind theils verloren, theils sind ei» Paar noch vorhan-dene ichl nicht wohl abzudrucken. Nicolai.
Lessmgs Werk« xm, 38