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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
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Briefe an Lessing . 1778.

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zu betrügen, wenn man sich nicht selbst betrügen lasse. Ich lasse aufihn nichts komme»; er versteht das Recht und den Handel/ und kenntdie Zlmstcrdammcr Bocdel Kammer.

Er. Meinethalben! Aber was wollten Sie jetzt bey ihm?

Ich- Geld borgen, wie gesagt: 300 Thaler.

Er. Und das Unterpfand, das Sie dazu haben, ist doch seineeno Thaler unter Brüdern werth?

Ich. Fragen Sie doch erst/ ob er mir leihen konnte.

Er. Ha ha ha!

Ich> Da ist zu lachen! Ich kam ihm gerade zu einer Zeit/ woer kein baarcS Geld hatte. Er wies mir alle seine Stuben; nichtsdarin, als etwas altes Silberzeug, das er aber ohne Gewicht undProbe gekauft hatte. Da ich cS natürlich auf der Münze schmelzenund probircn lassen würde/ so konnte er es mir nicht anbieten. ESthat ihm recht leid.

Er. Daß Sie kein Unterpfand hatten!

Ich- Nun, Ihr Juden könnt doch auch keine edle Handlungohne Spöttcrcv anhören! Hat er mir eS denn deshalb ganz abgeschlagen?

Er. Ich befürchte doch/ Sie werden Ihre Possen mit ihm ein-mal theurer bezahlen! Brauchen Sie das Geld gleich?

Ich- ES ist nicht für mich/ sondern für meinen Bruder. Nurbis auf vierzehn Tage nach der Leipziger Ostermesse.

Er. Wollen Sie eS von mir haben?

Ich- Warum nicht?

Er. Ich kann cS gerade bis zu dieser Zeit entbehren. SchreibenSie es ihm. Ich bin in Kurzem wieder in Hamburg , und möchtegern einen Brief von ihm haben.

Ich- Wenn er Ihnen aber nicht schreibt, so bekommt er kein Geld?

Er. Ich werde cS ihm dann schicken; und den Empfang wirder mir doch melden?

Nun/ liebster Bruder/ richte Dich darnach. Auf das Geld kannstDu Dich verlassen.

___ Karl.

Berlin , den 2. (12?) Dec. 1773.

Mein liebster Bruder,

Hier hast Du den Probedruck von Deinem Nathan, und das Ma-nuskript davon zurück. Du wolltest zwar einen ganzen Bogen Probe-druck; der Buchdrucker aber mcvnte, Du könntest an zwey Octavblät-tern eben so viel als an einem ganzen Bogen ersehen. Ob er Dir