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Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften
Entstehung
Seite
618
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K18

Briefe an Lessuig. t778. t77!>.

mit Weglassung der Schnörkelchcn von Verzierungen ansteht, und wasDu noch zu erinnern hast, erwarten wir. Voß, der nicht ganz gesundist, meynt, daß, wenn Du alles so gut geschrieben hättest, man esauswärts drucken lassen könnte, wo eS fast noch einmal so wohlfeil,und der Drnck so gut wäre, als hier. Um aber auch die Richtigkeit desAbdrucks nicht zu vernachlässigen, sollte der Drucker allezeit, ehe er einenBogen abdruckte, ihn nach Berlin oder an Dich zur Correctur senden.

Ungeachtet Dein Stück erst zur Ostcrmessc herauskommen muß,weil ein früherer Termin in vielem Betracht schädlich wäre, so wür-dest Du doch wohl thun, lieber Bruder, wenn Du uns hier bald An-stalt zum Drucke machen ließest.

Hat Herr M.W " Dir das Geld Übermacht? Er hat mir undDir auS Hamburg schreiben wollen; aber ich habe von ihm noch kei-nen Brief gesehen. Antworte mir hierauf, sobald Du kannst. Denn,wie gesagt, ich nahm seine Dienste an, weil er mir sie anbot.

Lebe recht wohl, liebster Bruder, und laß uns bald mehr vonDeinem Nathan lesen.

Karl.

Berlin / den », Januar 1779.

Liebster Bruder,

Ungeachtet beylicgender Brief von Ramler ist, so habe ich dochDein Manuscrivt noch nicht von ihm zurück. Er hat eS zwar MoscSMendelssohn gebe» wollen, allein wenn ich erst lange darnach schickeoder selbst herumlauft, so versäume ich die Post, wie ich schon dievorige versäumt. Nur denke nicht, daß es verloren ist. Mit dem Pro-bedruck bist Du nicht zufrieden? Vornehmlich gefällt Dir das Abbre-chen nicht. Aber wie Du eS corrigirt hast, so braucht keine Zeile ab-gebrochen zu werden. Man müßte auch dem Seyer nur einschärfen,daß er die Zeile» von mehreren Buchstabe» dichter a» einander sehe.Wenn Du die Schrift wie in beylegendem Bogen haben wolltest, sodürftest Du vollends den Uebelstand mit dem Abbrechen nicht befürch-ten. Wegen des Papiers sev ohne Sorgen. Der Probedruck ist aufschlechterem gewesen, weil er nur i» der Absicht gemacht war, um zusehen, wie viel auf eine Seite ginge. Ueberhaupt läßt Dich Voß bit-ten, ihm die Besorgung zu überlassen, sowohl für Druck als Papier,und nur dahin zu sehn, daß bald zu drucken angefangen werde» könne;denn, sagt er, da doch eine starke Auflage gemacht werden müßte, sowäre in Zeiten anzufangen und dem Buchdrucker Nachricht davon zu