zum zwölften Bande.
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Stunde Ihnen Morgen Vormittag am gelegensten ist/ die mündlicheVersicherung meiner Hochachtung und Ergebenheit anzunehmen.
Der»
Wien , den 3t. März gehorsamster Diener/
p. 8, Hierbcv vorläufig ein Brief von unserm gemeinschaftlichenFreunde, dem Hrn. Ramlcr.
S. 467.
An den Staatsrath von Gcbler.
Braunschweig / den 20. IuniuS 1776.
Was muß der Mann von mir denke»/ der mich mit so vielerFreundschaft in Wien aufgenommen hat, und dem ich nun schon inden vierten Monath auch mit keiner Svlbc danke? Aber er weiß jaWohl, daß man mit guten Leuten immer die wenigsten Umstände macht,und sich mit ihnen das meiste erlaubt. Wenn er nur von meiner Er-gebenheit/ wie ich hoffe und glaube/ überzeugt ist, so wird er mir dasandere schon verzeihen.
In der That, mein würdigster Freund/ ich habe »ach meinerZurückkunst so viel Geschäfte, Verwirrung und Aergerniß gefunden,die zum Theil noch dauern, daß ich an nichts weiter denken können/und am wenigsten an das denken mögen/ was mir meine Reise so an-genehm und nützlich gemacht hat. Um mich bald wieder einzugewöh-nen/ hätte ich gewisse Kenntnisse lieber gar nicht bekommen sollen.
Aber einen Mann nach Wien schicke»/ ohne ihn wenigstens mitein Paar Zeilen an Sie zu begleite»/ wäre niic doch ganz unmöglich.Er ist für das HauS des Hrn. Baron v. FrieS bestimmt, und ich habeihm gesagt, wenn ihm etwas vorkommen sollte/ worin er die Hülfe undden Rath eines ehrlichen ManncS brauche/ an wen er sich wenden müsse.
Hiermit will ich unsern Briefwechsel nun wiederum eröffnet ha-ben. Versichern Sie mich bald/ daß Sie mich Ihrer Freundschaftwerth halten, und empfehlen Sie mich allen in Wien / die mich mitso vieler vorkommenden Güte überhäuft haben.Dero