Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
65
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II. Theil. Ein und dreißigster Brief.

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kns° Ruhm deine Brust in süsscr (5ntzückuiig dahin reißt; wie erneben den Wellen des AlpheuS " flog; wie seine ungespornte»Flanken hoch daher schwebten; wie er ihn in den Schooß des Tri-umphs trug, seinen Herrn, SyracuscnS König, die Lust der Rennbahn.

t. Epodos.

Ihm strahlet sein Ruhm in der hcldcnvcllcn Pflanzstadt des Ly-dischen PclopS, °°° den ehemals der gewaltige Erdumfasscr Neptun liebte, !/nachdem Klotho ihn, die Schulter von blendendem Helfen!'«» leuchttcud, aus dem heilenden örztc hob. Also füllen Wunder den Erd-kreis, und Fabeln mit künstlichen Lügen verbrämt, siegen der Wahr-heit zum Trutz.

2. Strophe.

Die Dichtkunst, deren Neitz über alles Honig gicsset, leihet ihnenein ehrwürdiges Ansehe», und macht, daß öfters ein Mährchen ge-glaubt wird. Doch wird für die Wahrheit die enthüllende Zukunftzeugen! Wer es wagt, von Göttern zu reden, der thu eS mitEhrfurcht, und seine Schuld ist geringer! So will ich jetzt vondir, Sohn des TantaluS, sagen, was vor mir kciu Dichter nie sprach:Wie, als dein Nater in sein geliebtes Sipylnm, zu einem heiligenEastmale lud, wo wechselseitig die Unsterblichen assen, der erlauchteDreyzackführende (Lott die Macht der Liebe fühlte,

° Pisa, der >Namc der Stadt, ohnfcr» welcher die Olympischen Spielegehalten wurden. Phcrcnirus hieß das Rennpferd, auf welchen. Hier» denPreis erhielt.

°° Der Name des Flusses, neben welchem die Ncnnbahn war.

<-»» Er verstehet den Theil von Griechenland , welcher nach dem Pelops,Pcloponncsus gcimntt ward. Und diese einzige Erwcbnung des Pclops ver-anlasset die ganze folgende wcitlaustlgc Ausschweifung zum Lobe dieses Helden.

^- Die Fabel crzehlt von dem Tantalus, des Pelops Vater , die Götterhatten ihn so scbr geliebt, daß sie ihn mit an ihre Tafel gezogen. Einst alsTantalus die Götter wieder bewirthe» wollen, habe er seinen Sohn, denPclops, geschlachtet, und ih« denselben vorgesetzt. Keiner von den Götter»aber habe davon gekostet, ausser Leres die ein wenig zu heißhungrig, ei»Stück von der Schulter verzehret babe. Die Götter hätten hierauf dieübrigen Stücke i» eine» reinen Aessel geworfen, und den Pelops lebendigwieder bcraus gezogen, nachdem sie ihm eine bclfcnbcincrnc Schulter, anstattder verspeisten, gegeben. Dieser reine Ressel (xc-A-«^? ist es/

welchen unser Ucbcrsetzcr, zwar schön, aber etwas zu undeutlich das hei-lende Erz nennt.

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