II. Theil. Sin und vierzigster Brief.
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ein Rac»/ Lock und Newton ersetzt, was noch gebricht,Natur, Verstand und Sitten, und alles wurde Licht.Wohl zn merken, daß der Dichter, der diese sechs Zeilen ge-reimt hat, wenn ich mich nicht sehr irre, Herr Dusch selbst ist.Wenigstens billiget er sie hier; und zugleich den albern Ana-chronismus, den sie enthalten. Lartesms hat also eher geschrie-ben als Daco? Und Daco hat nur ersetzt, was jener noch ge-brechen lassen? —
O, ich bin cs müde, mehr solche Anmerkungen zu machen.Lassen Sie mich den Traum verfolgen. — Der Genius kömmtendlich mit dem Herrn Dusch in den Tempel selbst. Und minmachen Sie sich fertig in den seltsamsten Raritätcnkastcn zugucken! „Zwey mächtige Flügel crösnctcn den Eingang durch„ein langes Gewölbe, das auf beyden Seiten auf marmornen„Säulen ruhte. Zwischen diesen standen in ihren Fächern die„Bildsäulen der größten Philosophen, die durch ihre Bemühun-gen die wichtigsten Wahrheiten aufgeheitert hatten. Einige in„der Tracht der Lhalsöcr:c." Ist das nicht lustig? Hier ste-hen die Bildsäulen der Philosophen, die draussen in dem Vor-hofc lebendig herum liefen. Und auch so gar die Bildsäulenderjenigen, deren Lehre nicht werth war, auf die Nachwelt ge-bracht zu werden; der Chaldäer. Zugleich welch ein kunstmä-ßigcr Ausdruck: die Bildsäulen standen in ihren Zachern!Nischen heißen auf deutsch Blenden, nicht Fächer. — Aberwir sind noch in dem Eingange des Tempels. Wer wird sichüberall aufhalten? — Nun merken Sie auf; wir tretenherein. „Ein erstaunliches Gewölbe voll majestätischer Ein-„falt! — Tausend Lichter; eine himmelblaue Decke, und ander Decke alle Augenblicke ein neuer Auftritt; itzt geht dieSonne daran aus, und itzt unter; itzt scheinen die Sterne, itztverlöschen sie; mitten im Tempel ein Altar; gegen die vierEcken des Altares vier in Marmor gehauene Bilder, welche dievier Zahrszcitcn vorstellen; an den Wänden schöne Gemähldevon den vornehmsten Gegenständen, die der Mensch auf derErde zu betrachten findet; eine corinthische Säule, welche eineschwarze marmorne Tafel hält, worauf die Gesetze der Natur,der Bewegung und der Schwere geschrieben stehen :c.: das sind