Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
134
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134 Briefe, die neucsic Litteratur betreffend.

lcm Geiste geschrieben. Sie haben das Sinnreichste in demganzen nordischen Aufscher gelesen, wenn Sie dieses Stückgelesen haben. Erlauben Sie mir also das Vergnügen, Ihnendie wesentlichsten Stellen daraus abzuschreiben.

Die Gesellschaft der neuen Amazonen ist, so viel ich noch inErfahrung bringe» kennen, nicht zahlreich; untcrdcß ist stc doch sehrfurchtbar, und zwar ihrer geheimen Unternehmungen wegen, die nachsichern Nachrichten auf nichts gcringcrs, als auf die Errichtung ciucSUnivcrsal.dcspotismuS abzielen. Sie sollen aber ihre gewallthätigenAbsichten weniger durch offenbare Feindsccligkciten, als durch die Knusteeiner sehr feinen Politik auszuführen suchen. Weil sie sich vorgesetzthaben, sowohl über die itzige, als über die künftige Männerwelteine despotische Gewalt auszuüben; denn die Gewalt über die Herzenhaben die Manien schon lange behauptet: So sollen ihre Anstaltenbesonders wider unsre jungen Herren gerichtet seyn. Sie haben bc- merkt, daß ein höherer Verstand allezeit über einen schwächern herr-sche. In dieser Ueberzeugung suchen sie es bey ihnen so weit zubringen, daß sie die AuSbildnng ihres Geistes unterlassen, ihre Seelemit Kleinigkeiten beschäftigen, und dadurch zu den eigentlichen männ-lichcn Geschäften und Angelegenheiten unfähig werden mögen. Sieselbst stellen sich an, als wenn man weder Vernunft noch Witz nöthighätte, ihnen zu gefallen; als wenn man ihnen mit ernsthaften undnützlichen Unterredungen übcrlästig würde; als wenn sie sich wirklichmit leeren Lcinplimcntcn, Artigkeiten und lächerlichen Einfällen be-friedigen liessen; als wenn sie vor dem blossen Namen eines Buchescrschräckcn, und durch nichts, als Spiclwcrke glücklich wären. AlleindaS ist lauter Politik und List, und so scharfsichtige Augen, als diemcinigcn, lassen sich von dieser Verstellung nicht hintergehen. Ichbcdanre nur unsre jungen Herren, welche die Netze gar nicht zu sc-hcn scheinen, die ihnen auf eine so feine Art gelegt werden. Um sienach und nach ganz unmännlich zn machen, gewöhnen sie dieselbenzum Geschmacke am Putze, zur Veränderung der Moden, und zueiner ganz fraucnzimmcrlichcn Eitelkeit und Weichlichkeit. Und manmuß erstaunen, wenn man sieht, wie sehr ihnen alle diese fcindsceli-gen Anschläge auf den Umsturz der itzigen Einrichlnng der Welt zugelingen anfangen. Tcnn man betrachte mir viele von unsern jun-gcn Herren. Sie kleiden sich nicht etwa ordentlich und anständig;