III. Theil. Trcy und fmifjigster Brief.
Vorher aber ein Wort von der Partheylichkcit der Fr. vonSainctongc. Die eheliche Geburt des Don Antonio ist beyihr ausser Zweifel. Zhr zu Folge hatte sein Barer, der HerzogK.udeu?ig von Dcfa, es ausdrücklich in seinem Testamente be-kannt, daß die Mutter des Antonio ihm wirklich, obgleich heim-lich angetraut gewesen sey.' Gleichwohl sagt sie an einem an-dern Orte, daß sich Antonio selbst, bis zu seiner Zurückkunftans Africa, bloß für einen natürlichen Sohn des Herzog L.n-Vcwigs gehalten habe." Wenn dieses seine Richtigkeit hat, sokann jenes nicht wahr seyn. Herzog Ä.udeu?ig starb 1655, unddie Zurückkunft des Antonio fällt in das Zahr 15K8. SollteAntonio ganzer drcyzchn Zahr von dem Testamente seines Va-ters nichts erfahren haben? Kurz, dieser Umstand ist falsch.<L.ndcwig setzte den Antonio zwar zu seinem völligen Erbenein, aber diese Einsetzung beweiset für seine eheliche Geburt soviel als nichts. Ware in dem Testamente ihrer gedacht gewe-sen, so würde man keinen weiter» Beweis gefordert haben, dendie Freunde des Antonio doch hernach umständlich führen muß-ten. — Was meine Gcschichtschrcibcrin von dem Tode des Car-dinal Heinrichs sagt, beweiset ihre unbcdachtsame Parthcylich-kcit noch mehr. Der Cardinal starb in seinem K8sten Jahre,und sie sagt selbst: il etoit vieux A ul<5, von <Ievoit vtro assc-xpoui- liiiro ^'uFvr il n'irolt nas loin. Warum läßt sie es also nichtdabey? Warum läßt sie uns, ausser dem Alter und der Krank-heit, noch eine andere Ursache seines Todes argwohnen? Dochwas argwohnen? Sie sagt mit trockenen Worten: (juol<juo8Hittoiiens «litovt cinv l^inli^nos trouv» le tvciot llv I em^eelierä<z lanFu'»-."" Philippus erbarmte sich des kranken -Heinrichs,und lies ihn aus der Welt schaffen. Wenn sie doch nur einenvon den Geschichtschreibern gcncnnt hätte, die dieses sagen! HerrGcbauer wenigstens führt keinen an, dem diese grausame Be-schuldigung eingekommen wäre; und ich sorge, die Fr. vonSainctonge wird die unselige Urheberin derselben bleiben.
So etwas macht ihr nun zwar keine Ehre; doch muß sieauch darum nicht lauter Unwahrheiten geschrieben haben. Das
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