Druckschrift 
6 (1839)
Entstehung
Seite
167
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IV. Theil. Drey und sechzigster Brief. 167

IVieland diese Herrschaft in mehren, lind wcscnllichcrn Stückenzu behaupte» gewußt hat.

Johanna war ein gelehrtes Mädchen. Sie verstand Grie-chisch, und konnte den Placo in der Grundsprache lesen. DaSsagt die Geschichte, und Herr Mclano sagt es der Geschichte»ach, ob er gleich von dieser Eigenschaft sciiicr Heldin in den:Stücke nicht den geringsten Vortheil ziehet.

Nimmer werden unsBey PlatonS göttlichen Gesprächen

Die holden Stunden zu Minuten werden!läßt er das Mädchen ausrufe»; und der Leser macht sich i»allem Ernste Hofnung, sie eine Stelle aus den« Phadon crpo-nire» zu höre». Aber seine Hofnung schlägt fehl, und endlichdenkt er, das eitle Mädchen habe mit ihrer Gelehrsamkeit nurprahlen wollen. Sie ist ohnedem eine Erzpcdantin, der manch-mal weiter nichts fehlt, als daß sie noch Hauptstück und Seitecitirc! Man höre nur:

Was Gut, was Schon, was vdel ist,Was erst den Menschen, denn den König bildet,Tcs ersten (5dwards väterlicher Sinn

Zu seinem Volk, und Richards Löwcnmnth,

Ter kluge Geist des SalomonS der Brittcn,

TaS ganze Lhor der Schwester-Tugenden

Tic einst sich Alfreds Brust zum Tempel weyhtcn,

Befruchteten sein Herz. Wie Tavids Sohn

Bat er von Gott nicht Macht, nicht Ruhm, nicht Gold,

Er bat um Weisheit und er ward erhört!

Umsonst erbot ihm mit Syrcueulippcn

Die Wollust ihre schnöden Süßigkeiten.

Wie Herkules, verschmäht er sie und wählte

Der Tugend steilen Pfad, den Weg der Helden!Welch eine gelehrte Parentation auf ihren Mitschüler! Von allenist etwas darinn: vaterländische Historie, Bibel und Mythologie!

Die Geschichte sagt ausdrücklich, daß Johanna vornehm-lich durch das ungestüme Zusetzen ihres Gemahls, des Guil-ford Dudle/, sey bewogen worden, die Krone anzunehmen.Auch der Dichter adoptirt diesen häßlichen Umstand, der uns