IV. Zheil. ^rcy und sechzigster Bricf.
1<!9
gewaltig! Aber es war cinc Ealumnic, lind Gottsched hattezu zeitig triumpbirt. Hier will ich ihm also mit einem bessern,gegründetem Beyspiele an die Hand gehen, wie gern sich dieenglische Biene auf unsern blumenreichen dcntschcu Auen treffenläßt. Einfällig muß nntcrdcß mein englischer Plagiarius nicblseyn; denn er hat sich darauf verstanden, was gut ist. I. E.die vortrcflichc Stelle, wo Johanna zu ihrer Mutter sagt:- - - T'och wenn Edward wirklich
Berechtigt war, die Krön auf Heinrichs Schwcstcrkindcr
Zu übertrage», ist die Reihe denn
An mir? - - WaS müßte meine Müller seyn,
Eh mir der Thron gebührte?und ihre Mutter antwortet:« - - Tcinc Mnttcr!
lind Mzcr ans den Titel deiner Mnttcr
Als auf den Ruhm die glänzende Monarch!»
Tcr ganzen Welt zu sehn!Diese vortrcflichc Stelle, sage ich, die so hervorsticht, daß alleRecensenten des IViclanöischcn Stücks sie ausgezogen haben,hat sich der Engländer sein eigen gemacht. Er übersetzt sie so:
I5v'n z^ou ni^ Aiaelous ülotliei', ^vlml. mul'k )ou I)o
Hi'o i cltii Iic: a <)uec:ii .'
0/ H-^o/k.
anü tliat oul>>"I'Ii^ klotllor; toiiclvi' ot ilult touilcii- ^ame,
»II t!io i>i'oud ^(Iil!liou5 I'ow'i' caii givo.Ter Beschluß künftig.
IV. Den 26. Lctober. 1759.
Beschluß des drey und sechzigsten Briefes.
Nicht schlimm übersetzt! Gewiß, man sieht, der Engländermuß ein Mann seyn, der etwas eben so schönes auch wohl ausseinem eigenen Kopfe hätte sagen können. Vergleichen Sienoch folgende Stellen, und Sie werden finden, daß er HerrWiclandcn, in der Wahl der edelsten und stärksten Ausdrücke,fast erreicht hat.