Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
395
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Zweyter Band.

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itzigcr Zeit, würde das freylich nicht so leicht thun: denn diewenigsten würden es zu thun verstehen. Aber die wohlhab cn-sten, vornehmsten Römer und Griechen waren mit allen länd-lichen Arbeiten bekannter, und schämten sich nicht, selbst Handanzulegen.

Doch alles sey, vollkommen wie es Diderot sagt! DerCharakter des Sclbstpcinigcrs sey wegen des allzu Eigenthümli-chen, wegen dieser ihm fast nur allein zukommende» Falte, zueinem komischen Charakter so ungeschickt, als er nur will.Wäre Diderot nicht in eben den Fehler gefallend Denn waskann eigenthümlicher seyn, als der Charakter seines Dorval?Welcher Charakter kann mehr eine Falte haben, die ihm nurallein zukömmt, als der Charakter dieses natürlichen Sohnes?Gleich nach meiner Geburt, läßt er ihn von sich selbst sagen,ward ich an einen Ort vcrschlcidcrt, der die Grenze zwischenEinöde und Gesellschaft hcisscn kann; und als ich die Augenaufthat, mich nach den Banden umzusehen, die mich mit denMenschen verknüpften, konnte ich kaum einige Trümmern da-von erblicken. Dreyßig Zahre lang irrte ich unter ihnen cin-sam, unbekannt und verabsäumet umher, ohne die Zärtlichkeitirgend eines Menschen empfunden, noch irgend einen Menschenangetroffen zu haben, der die meinigc gesucht hätte." Daßein natürliches Kind sich vergebens nach seinen Ackern, verge-bens nach Personen umsehen kann, mit welchen es die nähernBande des Bluts verknüpfen: das ist sehr begreiflich; daskann unter zehnen ncunen begegnen. Aber daß es ganze drey-ßig Zahre in der Welt herum irren könne, ohne die Zärtlichkeitirgend eines Menschen empfunden zu haben, ohne irgend einenMenschen angetroffen zu haben, der die scinige gesucht hätte:das, sollte ich fast sagen, ist schlechterdings unmöglich. Oder,wenn es möglich wäre, welche Menge ganz besonderer Umständemüßten von beiden Seiten, von Seiten der Welt und vonSeiten dieses so lange insulirtcn Wesens, zusammen gekommenseyn, diese traurige Möglichkeit wirklich zu machen? Jahrhun-derte auf Jahrhunderte werden verfließen, ehe sie wieder einmalwirtlich wird. Wolle der Himmel nicht, daß ich mir je dasmenschliche Geschlecht anders vorstelle! Lieber wünschte ich sonst.