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7 (1839)
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Hamburgische Dramaturgie.

seyn. So gar eine nur mäßige Bekanntschaft mit dem wirk-lichen Leben, ist hier nicht hinlänglich uns zu leiten. Mankann eine Menge Zndividua bemerkt haben, welche den Poeten,der den Ausdruck eines solchen Grolles bis auf das Acußcrstegetrieben hatte, zu rechtfertigen scheinen. Selbst die Geschichtedürfte vielleicht Exempel an die Hand geben, wo eine tugend-hafte Erbitterung auch wohl noch weiter getrieben worden, alses der Dichter hier vorgestellet. Welches sind denn nun alsodie eigentlichen Grenzen derselben, und wodurch sind sie zu be- stimmen? Einzig und allein durch Bemerkung so vieler ein-zeln Fälle als möglich; einzig und allein vermittelst der ausgc- breitesten Kenntniß, wie viel eine solche Erbitterung über der-gleichen Charaktere unter dergleichen Umständen, im wirklichenLeben gewöhnlicher Weise vermag. So verschieden dieseKenntniß in Ansehung ihres Umfanges ist, so verschieden wirddenn auch die Art der Vorstellung seyn. Und nun wollenwir sehen, wie der vorhabende Charakter von dem Euripides wirklich behandelt worden.

Zn der schönen Scene, welche zwischen der Elektra unddem Orestes vorfällt, von dem sie aber noch nicht weis, daßer ihr Bruder ist, kömmt die Unterredung ganz natürlich aufdie Unglücksfällc der Elektra, und auf den Urheber dersel-ben, die Klytämncstra, so wie auch auf die Hoffnung, welcheElektra hat, von ihren Drangsaalen durch den Orestes be- freyet zu werden. Das Gespräch, wie es hierauf weitergehet, ist dieses:

«Orestes. Und Orestes ? Gesetzt, er käme nach Arges zurück

Elektra . Won, diese Frage, da er, allem Ansehen nach, niemalszurückkommen wird?

Orestes . Aber gesetzt, er käme! Wie müßte er es anfangen,um den Tod seines Vaters zu rächen?

Elektra . Sich eben deß erkühnen, wessen die Feinde sich gegenseinen Vater erkühnten.

Orestes . Wolltest du es wohl mit ihm wagen, deine Mutterumzubringen?

Elektra. Sie mit dem nehmlichen Eisen umbringen, mit wel-chcm sie meinen Vater mordete!