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5 (1839)
Entstehung
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Pope ein Metaphysik«!

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man durch diese befohlene Vergleichung mehr die Popischcn Sätzefür philosophisch, oder mehr die Lcibnitzischcn Sätze, für poetischhabe erklären wollen?

Doch, wie gesagt, ich kann meine Frage sparen, und michimmer zu der Vergleichung selbst wenden. Aufs höchste möchteeine gar zu übertriebene Meinung von dem, mehr als menschli-chen, Geiste des Engländers zum Grunde liegen.

Ich will in meiner Vergleichung die Ordnung der obigenSätze beybehalten, doch ohne sie alle zu berühren. Vcrschicdnestehen nur der Verbindung wegen da; und vcrschiednc sind all-zuspccicl, und' mehr moralisch als metaphysisch. Beyde Artenwerde ich füglich übergehen können, und die Vergleichung wirddennoch vollständig seyn.

Erster Satz.

Gott muß von allen möglichen Systemen das beste er-schaffen haben. Dieses sagt Pope, und auch Ä.eibmiz hatsich an mehr als einem Orte vollkommen so ausgedrückt. Wasjeder besonders dabey gedacht hat, muß aus dem Ucbrigcn er-hellen. Marburton aber hat völlig Unrecht, wenn er diesenSatz, unabhängig von den andern Sätzen, nicht sowohl fürAeibnilzisch als für Platonisch erkennen will. Ich werde esweiter unten zeigen. Hier will ich nur noch erinnern, daß derEoncipicnt der akademischen Frage anstatt des Satzes: alles istgut, nothwendig diesen und keinen andern hätte wählen müssen,wenn er mit einigem Grunde sagen wollte, daß ein Systemdarum liegen könne, welches vielleicht nicht das L.eibniizische,aber doch etwa ein ähnliches wäre.

Zweyter Satz.

?n dem besten System muß alles zusammenhangen.Was Pope unter diesem Zusammenhange verstehe, hat man ge-sehen. Diejenige Beschaffenheit der Welt nehmlich, nach wel-cher alle Grade der Vollkommenheit von Nichts bis zur Gott-heit mit Wesen angefüllt wären.

K.cibnilz hingegen setzt diesen Zusammenhang darin», daßalles in der Welt, eines aus dem andern, verständlich erkläretwerden kann. Er stehet die Welt als eine Menge zufälligerDinge an, die Theils neben einander cxistircn, Theils auf cin-

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