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Pope ein Metaphysiker!
ander folgen. Diese verschicdncn Dinge würden zusammen keinGanzes ausmachen, wenn sie nicht alle, wie die Räder derMaschine, mit einander vereiniget waren: das heißt, wenn sichnicht aus jedem Dinge deutlich erklären liesse, warum alle übri-gen so, und nicht anders neben ihm sind; und aus jedem vor-hergehenden Zustande eines Dinges, warum dieser oder jenerdarauf folgen wird. Dieses muß ein unendlicher Verstand völ-lig daraus bcgrciffen können, und der mindeste Theil der Weltmuß ihm ein Spiegel seyn, in welchem er alle übrigen Theile,die neben demselben sind, so wie alle Zustände, in welchen dieWelt war oder je seyn wird, sehen kann.
Nirgends aber hat F.eibnilz gesagt, daß alle Grade derVollkommenheit in der besten Welt besetzt seyn müßten. Ichglaube auch nicht, daß er es hätte sagen können. Denn wenner gleich mit Popen sagen dürfte: Sie Schöpfung ist voll;so müßte er dennoch einen ganz andern Sinn mit diesen Wor-ten verknüpfen, als Pope damit verknüpft hat. Mit L.cioni-rzen zu reden, ist die Schöpfung in der besten Welt deswegenallenthalben voll, weil allenthalben eines in dem andern ge-gründet ist, und daher der Raum oder die Ordnung der nebeneinander cristircndcn Dinge nirgends unterbrochen wird. Aufgleiche Art ist sie auch der Zeit nach voll, weil die Zustände,die in derselben auf einander folgen, niemals aufhören, wieWirkungen und Ursachen in einander gegründet zu seyn. Etwasganz anders aber versteht Pope unter seiner /nA c?-oa5/<,n, wiesich aus der Verbindung seiner Worte schlicsscn läßt.
4. Br. Z. 235.
— — — On l'u^crior povvrs
VVorv to prots, inlonor miglit on ours:
Oi !n tnv füll croatlon loavv » Vniil.Die Schöpfung nehmlich ist ihm nur deswegen voll, weil alleGrade darinn besetzt sind.
Und dieses ist ein Beweis mehr, daß zwey verschiedeneSchriftsteller deswegen noch nicht einerley Meinung sind, weilsie sich an gewissen Stellen mit einerley Worten ausdrücken.Pope hatte einen ganz andern Begriff von leer und voll inAnsclmng der Schöpfung, als L.eibm'n>; und daher konnten