Pope ein Metaphysiken!
tcrschicdc seyn? Zu den besondern moralischen Sätzen, weiß manwohl, kommen alle Wcltwciscn übcrciu, so verschieden auch ihreGrundsätze sind. Der übcreinklingcndc Ausdruck der erstem mußuns nie verleiten, auch die letztem für einerley zu halten; dennsonst wurde es sehr leicht seyn, jeden andern, der irgend einmalüber die Einrichtung der Welt vernünfteln wollen, eben sowohlals Popen, zum K.cibnilzianer zu machen.
Verdient nun aber Pope diese Benennung durchaus nicht,so wird auch nothwendig die Prüfung seiner Sätze etwas ganzanders, als eine Bestreitung des -l^eibnilzischen Systems vonder besten Welt seyn. Die GollscheSe sagen, sie werde daherauch etwas ganz anders seyn, als die Akademie gewünscht habe,daß sie werden möchte. Doch was geht es mich an, was dieGottscheds sagen; ich werde sie dem ohngcachtct unternehmen.
Dritter Abschnitt.Prüfung der Popischcn Sätze.
Ich habe oben gesagt, Pope, als ein wahrer Dichter, müssemehr darauf bedacht gewesen seyn, das sinnlich Schöne aus al-len Systemen zusammen zu suchen, und sein Gedicht damit aus-zuschmücken, als sich selbst ein eignes System zu machen, odersich an ein schon gemachtes einzig und allein zu halten. Unddaß er jenes wirklich gethan habe, bezeugen die unzähligen Stel-len in seinen Briefen, die sich mit seinen obigen Sätzen aufkcincrlcy Weise verbinden lassen, und deren einige sogar ihnenschnurstracks zuwider lauffcn.
Ich will diese Stellen bemerken, indem ich die Sätze selbstnach der Strenge der Vernunft prüfe.
Zweyter Satz.
Durch welche Gründe kann Pope beweisen, daß die Ketteder Dinge in der besten Welt nach einer allmäligc» Degrada-tion der Vollkommenheit geordnet seyn müsse? Man werfe dieAugen auf die vor uns sichtbare Welt! Ist Popens Satz ge-gründet; so kann unsre Welt unmöglich die beste seyn. Zn ihrsind die Dinge nach der Ordnung der Wirkungen und Ursachen,keines Weges aber nach einer allmäligcn Degradation neben ein-ander. Weise und Thoren, Thiere und Bäume, Znscctcn und