Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
41
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Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1766. 41

dieser Beobachtung, dennoch Gedichte, die nichts taugen, machen könne;und wir sind viel zu billig, als daß wir ihm dieses Lob nicht auchhier ertheilen sollten. Wir erinnern uns seiner und seines Lehrmei-sters allezeit mit Dankbarkeit, so oft wir die Anmerkung eines franzö-sischen Kunstrichters, daß etwas ganz anders die Kunst, und etwasganz anders das Raffinement der Kunst sey, mit Beyspielen bestärkenwollen. Den Mangel dieses Raffinements könnte man dem HerrnBaron ganz gern vergeben; allein er hat noch einen andern Fehler,den ihm gesittete Leser unmöglich verzeihen können, und von dem wirgar nicht einsehen, wie er dazu gekommen ist. Er ist ein Cavalier,dem es an Kenntniß der grossen Welt und der feinern Sprache, diedarinne üblich ist, nicht fehlen sollte: wie kömmt es aber gleichwohl,daß er seine tragischen Personen so kriechend, so pöbelhaft, so cckelsprechen läßt? Seine Prinzessinnen, z. S., haben Liebsten, (S. 3)sind verliebt, (S. 13) sind brünstig, (S. 11) sind geil (S. S9).Seine Helden schimpfen einander Hunde (S. 10) und Buben (S. 43).Wenn sie überlegen, so kommt ihnen was ein (S. 12) und wennsie sagen sollen, ich meinte, oder ich glaubte, so sagen sie ich dachte(S. 3). Einer spricht zu dem andern du laugst (S. 14) und er-boßt sich, (S. 1V6) wenn er ergrimmen sollte. Eiii Gemahl hateine Frau, (S. 42) und wohl noch darzu eine schwangre Frau,(S. 126) und eine Gemahlin hat einen Mann (S. 66). Die Feld-herrn geben dem Feinde Schlappen (S 112). Die Diener sind ge-schwind wie der Wind (S. 68). Die Könige heissen die Königin-nen mein Licht, (S. 81) mein Leben (S. 82). Wer etwas zeigenwill, ruft Schau! und wer sich verwundern will, schreyt Ey! :c.Kostet in den Vossischen Buchläden hier und in Potsdam 8 Gr.

(26. Febr.) /.es /leui'eii.i.' <??^i/ie/»ts, //i/ivi>e imi/es cke /^n-A?0t« cie t>>-eii//ci,i 1^. /5^. />a?iie« » L^une/Ze« 1766 ä!5

ven^ ä /»esc/e e/tes ^ k^a//üe^. /?>> 12ino. 1 Alphb. 12Bogen. Die englische Urschrift dieses Romans heißtllio 1<orwualvkouncklinAs, und ist in sehr kurzer Zeit dreymal gedruckt worden.Allein dieser geschwinde Abgang ist ein sehr zweydcutigcr Beweis vonseiner Güte, die man weit sichrer daraus schließen wird, daß der jün-gere Herr Trebillo» sich die Mühe genommen hat, ihn umzuarbeiten.Wie viel Veränderungen er bey dieser Umarbeitung müsse erlitten ha-ben, werden auch diejenigen leicht wahrnehmen können, welche ihn in